Montag, 24. September 2001HangzhouIch sitze gerade im Wartesaal des Busbahnhofs Hangzhou und warte auf meinen Bus, der mich zurück nach Shanghai bringt. Der fährt allerdings erst in einer guten Stunde; ich bin absichtlich so früh zum Bahnhof aufgebrochen, weil ich nicht sicher war, ob ich dem Taxifahrer mein Ziel klarmachen kann (es gibt immerhin drei verschiedene Fernbusbahnhöfe in der Stadt). Hat aber alles reibungslos geklappt und außerdem ist er noch gerast wie bekloppt. Nachdem ich mich gestern entschieden hatte, den Tag heute in Hangzhou zu verbringen, brauchte ich als Erstes natürlich eine Fahrkarte – also auf zum Busbahnhof in Shanghai. Englisch sprach wie erwartet natürlich niemand, dafür stürmten gleich vier oder fünf Männer auf mich ein, die mir eine Fahrkarte in jede Stadt Chinas verkaufen wollten. Das Ziel meiner Reise war also schnell geklärt, nur dass ich erst morgen früh fahren wollte und nicht sofort, konnte ich ihnen beim besten Willen nicht verklickern. Einige Minuten hilfloses Rumstehen später sprach mich dann auf einmal ein Mädchen auf Englisch an und bot mir Hilfe an. Mit ihr war's dann natürlich ganz einfach und fünf Minuten später hatte ich mein Ticket für die Hinfahrt. In Hangzhou angekommen, war dann die erste Aufgabe, ein Ticket für die Rückfahrt zu organisieren. Hier keine englischsprechende Hilfe in Sicht, dafür eine meterhohe Tafel mit vielen Zahlen und noch mehr Schriftzeichen, die sich schnell als Fahrplan identifizieren lässt. Für den Abgleich aller Zielorte mit den Schriftzeichen für Shanghai in meinem Reiseführer brauche ich dann noch mal eine Viertelstunde, aber letztlich finde ich dann doch eine Reihe von Zeilen, in denen "Shanghai" vorkommt. Hm, dann dürften die Uhrzeiten daneben ja wohl Abfahrt- und Ankunftszeit nennen. Also einen passenden Bus rausgesucht, die ganze Zeile sorgfältig abgeschrieben (oder besser abgemalt) und damit zur Kasse. Der Kassiererin noch dreimal "Shanghai" entgegengerufen, um mich euch klar und deutlich auszudrücken. Dann nur noch einen unverständlichen Redeschwall über sich ergehen lassen und ihr einen hinreichend großen Geldschein überreichen, schon gibt's das Ticket, das auch zu stimmen scheint, soweit ich das beurteilen kann. War doch gar nicht so schwer! Hangzhou liegt 200 km südwestlich von Shanghai und ist in China ein sehr beliebtes Touristenziel. Grund ist der West Lake, Chinas berühmtester See. Der liegt mitten in der Stadt und ist in der Tat sehr schön. Andererseits ist die Attraktion natürlich nicht so riesengroß, wo wir in Europa doch reihenweise schöne Seen vor der Tür haben. Leider hapert es auch mit der Idylle ein wenig, da Hangzhou leider kein verschlafenes Dörfchen ist, sondern eine Sechsmillionenstadt. Die Stadt selbst ist dabei potthässlich, aber für mich steht ja sowieso das China-Erlebnis im Vordergrund, und das bekommt man hier frei Haus: Fahrräder en masse, rasante Taxi- und Busfahrten ohne Beachtung von Verkehrsregeln, total unhygienische Imbissstände, Kommunikation nur mit Händen und Füßen möglich. Keine anderen westlichen Touristen in Sicht, dafür viele Kinder, die mich mit großen Augen anstarren, scheinbar zu ängstlich zum Schreien, sich hinter ihren Eltern verstecken oder sogar vor mir weglaufen. Auch die gewöhnungsbedürftigen chinesischen Toiletten sind mir in Hong Kong nur sporadisch begegnet, aber hier hat man einfach keine Wahl. 17:30 |
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Rubrik: China
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Bisherige KommentareAmerika am 19. Juli 2004 06:19: ich war auch in hangzhou!!!!!!!! yay!!!! Sven am 30. Mai 2005 18:29: Hallo ich war erst neulich geschäftlich in Hanghzou und muß sagen anscheinend warst Du nicht überall. Bilder gibts unter Sebastian am 3. August 2005 23:41: Hallo. |


