Die letzten Tage von Hongkong
von John Burdett, 1997
Original: The Last Six Million Seconds (1997)
Hongkong, April 1997. Bis zur Rückgabe des so überaus reichen Fleckchens Land an China sind es noch genau 6 Millionen Sekunden. Ein fast unvorstellbarer Moment rückt immer näher: einer der reichsten und dynamischsten Banken- und Handelsplätze des westlichen Kapitalismus wird in den Besitz der Nachfolger Maos übergehen.
In diesem Kontext versucht Chefinspektor Chan von der Royal Hong Kong Police, einen grausamen Dreifachmord aufzuklären. Nach und nach muss Chan erkennen, dass er inmitten eines gigantischen Komplotts ermittelt. Die Mafia und die Triaden sind verwickelt, ebenso höchste Kader der chinesischen Armee. Und warum werden Chan von höchster Stelle der noch regierenden britischen Regierung Knüppel zwischen die Beine geworfen? Sowohl die alten wie auch die neuen Machthaber sind irgendwie in den Fall verwickelt...
John Burdett hat einen atmosphärisch dichten und spannenden Thriller geschrieben, der durch den einzigartigen historischen Moment noch interessanter wird. Geld, Macht, Gedränge, die Vermittlerfunktion zwischen zwei Welten -- vieles von dem, was Hongkong ausmacht, kommt in der Geschichte hervorragend heraus. Und für mich als alten Hongkong-Veteranen ist die Erinnerung an Mongkok, den Peak und teure Yachten in Aberdeen natürlich das Sahnehäubchen obendrauf.
Gelesen im April 2003 | Edit
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