The Clash of Civilizations

The Clash of Civilizations and the Remaking of World Order

von Samuel P. Huntington, 1996 (Link zum Buch bei amazon.de)

Deutsch: Kampf der Kulturen (Link zum Buch bei amazon.de)

In Huntingtons Analyse der vorherrschenden Weltordnung nach dem Ende des Kalten Krieges sind weder Einzelstaaten noch zwei große verfeindete Blöcke die Protagonisten auf der internationalen Bühne. Vielmehr würden Konflikte und Auseinandersetzungen jetzt und in Zukunft vor allem zwischen den großen Zivilisationen entstehen.

Huntington sieht die Menschheit derzeit in sechs Großkulturen aufgeteilt: (1) die westliche Welt (mit Lateinamerika als nahem Verwandten), (2) die christlich-orthodoxen Kulturen, (3) die islamische Welt, (4) das hinduistische Indien, (5) China, Korea und Vietnam sowie(6) Japan. Dazu kommen die afrikanischen Länder südlich der Sahara sowie das buddhistische Südostasien.

Die vom Westen so gerne vertretene unbestreitbare Überlegenheit westlicher Vorstellungen von Freiheit und Demokratie ist dabei keineswegs universell auf andere Zivilisationen übertragbar. Vielmehr fühlen sich die Menschen den Werten ihrer eigenen Kultur stark verbunden und dulden keine als arrogant empfundene Einmischung von außen. Der Versuch einer "unbeteiligten" Nation, aus moralischen Gründen in einen Konflikt innerhalb einer anderen Zivilisation militärisch einzugreifen, ist für Huntington der sicherste Weg in einen weltweiten Krieg. Damit nimmt er bereits 1995 die feindliche Reaktion der irakischen Bevölkerung vorweg, die die "Befreier" aus den Vereinigten Staaten dort heute empfängt:

The central problem in the relations between the West and the rest is, consequently, the discordance between the West's -- particularly America's -- efforts to promote a universal Western culture and its declining ability to do so. The collapse of communism exacerbated this discordance by reinforcing in the West the view that its ideology of democratic liberalism had triumphed globally and hence was universally valid. The West, and especially the United Staes, which has always been a missionary nation, believe that the non-Western peoples should commit themselves to Western values of democracy, free markets, limited government, human rights, individualism, the rule of law, and should embody these values in their institutions. ... What is universalim to the West is imperialism to the rest.

Eine umfassende und im Rückblick sehr vorausschauende Analyse zur Erklärung der Konfliktherde in unserer heutigen Welt, die dabei auch Lösungsmöglichkeiten aufzeigt, wie der Westen auf die relative Verringerung seines ökonomischen und militärischen Einflusses reagieren sollte. Einige Wiederholungen hätte der Autor sich sparen können, davon abgesehen aber uneingeschränkt empfehlenswert.

Gelesen im Januar 2005 | Edit

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