Rip-off Plain of Jars
Die "Ebene der Tonkrüge" aka "Plain of Jars" ist eine der bekanntesten Attraktionen Laos'. Leider hat die Abzockermentalität der Leute in Phonsavan bei mir solch einen bleibenden Eindruck hinterlassen, dass ich einen Besuch nicht empfehlen kann.
Hunderte Steinbehälter
Auf drei Gebieten mitten in der Pampa bietet sich dem Besucher ein mysteriöses Bild. Hunderte steinerne Behälter stehen dort in der Gegend herum, jeweils in einigen Metern Abstand zueinander. Zwar gibt es diverse Theorien über den Zweck der Behälter, aber niemand weiß Genaueres. Als wahrscheinlichste Erklärung gilt, dass die Menschen früher Regenwasser darin gesammelt und die Krüge dann währnend der Trockenzeit mit schweren Steinplatten verdeckt haben, um Verdunstung zu vermeiden. Allerdings kann man diesen Zweck auch mit einfacheren Mitteln erreichen und hätte dafür keine Behältnisse bauen müssen, die mehrere hundert Kilo schwer sind und sich nicht transportieren ließen.
Rip-off hoch zehn
Nahaufnahme
Was auch immer der Grund war, heute bieten die Behälter einen interessanten Anblick. Die drei Areale sind zwischen 5 und 20 km von Phonsavan entfernt, also leider nicht zu Fuß zu erreichen. Phonsavan ist ein kleines und hässliches Städtchen, nicht viel mehr als zwei Straßen. Entsprechend klein ist die Auswahl an Hotels und Tourenveranstaltern vor Ort. Unser Gastwirt bietet uns dann großzügigerweise eine Tour im privaten PKW zur Plain of Jars an, das Ganze für den Spottpreis von 100 Dollar für den Tag. 100 US-Dollar, davon kann ein Einheimischer in Laos locker zwei Monate leben, das monatliche Durchschnittseinkommen liegt bei $30.
Motor- und Fahrräder könne man in der ganzen Stadt nicht leihen, so sagt man uns. Das leuchtet ein, denn sonst machten sich die Abzocker ja das ganze Geschäft kaputt. Es kostet uns schließlich den ganzen Abend, um den Kerl auf $5 pro Person runterzuhandeln -- immer noch viel zu viel für das Gebotene, aber da wir eigens den Umweg nach Phonsavan gemacht hatten, wollten wir natürlich auch nicht wieder abfahren, ohne die Jars gesehen zu haben.
Oktober 2003

