Erste Station Guayaquil

« Morgen geht's los   Stadt in den Wolken »

Freitag, 16. August 2002

Erste Station Guayaquil

Ein gutes Omen war die Notlandung eines Iberia-Jets in New York am Vortag vielleicht nicht, mich hat die Iberia aber trotzdem wohlbehalten in Guayaquil abgeliefert. Warum es allerdings nicht möglich war, mich nur bis nach Quito zu fliegen, obwohl dort eine gute Stunde Aufenthalt war (und alle aussteigen mussten), wird wohl für immer ein Rätsel bleiben (Reisebüro: "Quito ist ausgebucht, wir können nur ein Ticket nach Guayaquil ausstellen." / Iberia in Frankfurt: "Wenn Sie nach Guayaquil gebucht sind, können Sie auf keinen Fall in Quito von Bord gehen." / Iberia in Madrid: "Klar könnten Sie in Quito aussteigen, dafür hätte aber das Gepäck in Frankfurt nur bis Quito eingecheckt werden dürfen...").

Skyline von Guayaquil

Skyline von Guayaquil

Naja, davon abgesehen war der chaotische Madrider Flughafen wohl das schwierigste an der Anreise. In Guayaquil dann ein Taxi geschnappt und ins erstbeste vom Reiseführer in meiner Preisklasse empfohlene Hotel gefahren (Vélez, Vélez 1021 y Quito). Ein mehr oder weniger sauberes Zimmer mit Ventilator (ohne Aircon), TV, eigenem Bad und kaltem Wasser für $9 (der US-Dollar ist seit September 2000 die offizielle Währung in Ecuador) pro Nacht war ja schon nicht schlecht, aber sicher auch nicht die günstigste Variante, die sich hätte finden lassen.

Guayaquil ist das wirtschaftliche Zentrum Ecuadors und hat für Touristen nicht unbedingt viel zu bieten. Da man zudem an jeder Ecke liest, was für ein gefährliches Pflaster die Stadt sei, hatte ich mir vorgenommen, schnell zurück nach Quito (von dessen traumhafter Lage mitten im Gebirge ich schon auf dem Rollfeld des Flughafens ein bisschen erahnen konnte) zu kommen. Ein Tag zur Erholung musste vorher aber doch sein. Und siehe da: eigentlich war's ganz nett. Die Stadt ist zwar eng, stickig, dreckig (hat mich sehr an Guangzhou erinnert), hat aber auch einige schöne Kirchen (mit zahmen Leguanen im Park vor der Kathedrale – genial!), eine frisch renovierte Uferpromenade am Río Guayas und ein noch frischer renoviertes Viertel mit wunderschönen kolonialen Häsern. War schon komisch, im Reiseführer wurde noch eindringlich vor dem Cerro de Santa Ana gewarnt und inzwischen waren die verfallenen Gebäude renoviert und in wundervollen Pastellfarben grellbunt gestrichen. Hier habe ich auch meine erste einheimische Bekanntschaft gemacht, ein kleiner Junge, der sich erst fotografieren ließ, dann weglief und zehn Minuten später wiederkam und mir mit einer Engelsgeduld (en español, versteht sich) verklickerte, dass er sein Foto unglaublich gerne in Händen halten würde. Schließlich konnten wir uns darauf einigen, dass er mir seine Adresse aufschrieb und ich im das Bild zuschicke.
An all diesen touristischen Orten sorgte übrigens ein unglaubliches Aufgebot von Polizei und privaten Sicherheitsdiensten dafür, dass man vor Überfällen keine Angst haben musste.

Iguanas in Guayaquil Iguanas in Guayaquil El Cerro de Santa Ana

Iguanas in Guayaquil · El Cerro de Santa Ana

Gestern ging's dann aber nach Quito. Acht Stunden Busfahrt durch verfallene Dörfer, vorbei an kilometerlangen Bananenplantagen, über atemberaubende Passstraßen und schließlich durch die Wolken auf über 3.000 Meter Höhe waren echt klasse – und das alles natürlich mit dem klassisch-klischeehaften Busfahrer, der bevorzugt vor nicht einsehbaren Kurven überholt.

14:49

Kommentare

Rubrik: Touren

» Erste Station Guayaquil
Fließend warmes Wasser
Die Mitte der Welt
"Frau Meier, bitte 32"
Das Gesicht Sucres
Allee der Vulkane
Cotopaxi
Wie in der Eifel?!

Kommentar schreiben



Deine E-Mail-Adresse wird nicht auf dieser Website veröffentlicht. Sie dient nur dazu, dir ggf. eine persönliche Antwort schicken zu können.



HTML kann nicht benutzt werden. Eingegebene URLs (z.B. http://www.oleb.de/) werden allerdings automatisch in Links umgewandelt.

Bisherige Kommentare

Thomas Hainle am 18. August 2002 20:33:

Hi Ole,

hört sich ja echt gut an.
Ich beneide dich richtig.
Bis Oktober hast du bestimmt richtig viel zu erzählen.
Viel Spaß noch.

Gruß
Thomas


Moni am 18. August 2002 21:23:

Ich glaube, wir haben zu frueh meine italienische Version des Netscape Navigators verflucht- funktioniert inzwischen praechtig! Ich verfolge also mit Spannung deine Berichte und wuensche dir zahlreiche Abenteuer -v.a. aus dem egoistischen Grund heraus, einen interessanten Tagebuch-Roman lesen zu wollen!
Un bacio aus Italien!


Ole am 19. August 2002 02:02:

Ach Moni,

gib doch einfach zu, dass DU es einfach nicht hingekriegt hast...

Ole


Volker am 27. August 2002 10:41:

Hola Olé,

oder wie nennen dich die Ecuadorianos? Oder heissen Sie ecuadorienses?

Habe gerade versucht einen gescheiten spanischen Satz auf den Bildschirm zu zaubern, aber ich habe gnadenlos versagt...egal dann in Deutsch...

Dir scheint es ja trotz gewisser Problemchen ganz prächtig zu gehen (ganz nach dem Motto "I am only happy when it rains"). Bin mal sehr gespannt, was in den nächsten Wochen noch an kleinen und grossen Abenteuern dazukommt !

Saludos,

Volker


Ole am 27. August 2002 23:34:

Hey Volker,

hm, regnen tut's hier ueberhaupt nicht, aber ansonsten hast scho' recht. Die Aussprache meines Namens schwankt zwischen Ule, Oule und Olé; die richtige mit Betonung auf der ersten Silbe und langgezogenem O kriegt irgendwie keiner hin.

Arbeite schoen und schon mal viel Spass in Afrika!
Ole


Alexandra am 9. April 2005 20:18:

Hallo komme gerade aus Ecuador. Und ich muss sagen, dass Guayaquil eine wunderschöne Stadt ist, die in den letzten Jahren viel aus sich gemacht hat. Sie hat sogar einen Preis bekommen von der UNO-für die vortschrittlichste Stadt und in den letzten Jahren schnellstentwickelte Stadt Lateinamrikas. Echt sehenswert. Liebe Grüsse. Geniesse deine Zeit in diesem schönen Land!


dodo am 20. Dezember 2005 22:18:

hallo,
ich bin schon mehrfach via madrid mit der iberia nach quito geflogen. womit man wohl in der regenzeit rechnen muss ist, dass bei schlechter sicht keine landung möglich ist. man muss dann weiter nach guayaquil fliegen. einem freund ist das passiert. er konnte dann nächsten tag mit der iberia nach quito fliegen, ohne zuzahlung.

saludos


Sonia Guzman am 11. September 2007 11:32:

Ich habe Ihren Text im Internet gelesen, Herzliche Glückwünsche für Ihren Besuch nach Südamerika( Ecuador), in diesem Fall, mein "Homeland Guayaquil".

Ich habe Ihre Meinungen gelesen:

"Guayaquil ist das wirtschaftliche Zentrum Ecuadors und hat für Touristen nicht unbedingt viel zu bieten"

Bitte, lässt sich mich nur an Sie erinnern, dass Sie ein entwickelndes Land besuchen hatten.

Sie können andere Länder mit Deutschland oder anderem Land in Europa nicht vergleichen!!!

Ich glaube, sie sollten mehr von der Welt zu sehen before etwas zu kommentieren.

Europa ist ein entwickelter Kontinent, aber hat nicht "die Leute" wie Südamerika. Ja, Klar!!!!

Wir haben etwas BESONDERS; " UNSERE LEUTE": Im moment leben viele europäische Leute in Südamerika, Warum??????? Weil sie WIRKLICHE MENTSCHEN MIT WARMEM GEFÜHL DORT gefunden haben!!!!! Ja, Klar !!!

Wer weiß in der Zukunft, ob Sie werden außerhalb Europas auch gehend ?????