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Mittwoch, 25. September 2002

Footprint vs. Lonely Planet

Footprint Ecuador Handbook

Als es darum ging, mir einen Reiseführer für Ecuador zu kaufen, kam für mich eigentlich nur der Lonely Planet in Frage. Im Buchladen stand dann jedoch das Footprint Ecuador Handbook direkt daneben. Von dem hatte ich vorher zwar noch nie was gehört, kompetent sah es aber auch aus, zumal man dort von über siebzigjähriger Erfahrung in Südamerika lesen konnte (solange gibt's schon das South America Handbook).

Kurz und gut, ich hab mich für den Footprint entschieden. Beim Einlesen zu Hause hab ich das dann auch gleich bereut, so viele Druckfehler fanden sich auf den ersten Seiten. Im Nachhinein scheint die Entscheidung aber doch richtig gewesen zu sein und ich kann das Ecuador Handbook guten Gewissens weiterempfehlen.

Lonely Planet Ecuador

Vom Umfang her sind beide Bücher relativ ähnlich (knapp 500 Seiten), wobei der Lonely Planet eine größere Schrift benutzt und mehr Bilder hat, im Footprint also rein von der Masse her etwas mehr drinsteht. Auch inhaltlich überschneidet sich logischerweise sehr vieles. Die meisten Empfehlungen sind identisch und verlässlich (ich bin mit denen im Footprint praktisch immer gut gefahren) und doch finden sich in beiden Führern auch Infos, die der jeweilige andere nicht zu bieten hat.

Bei der Gestaltung fällt auf, dass die Stadtpläne des Lonely Planet sehr viel besser und richtig benutzbar sind. Die Karten im Footprint sind zu klein und nicht detailreich genug. Weil auch in Ausschnittsvergrößerungen kleinere Straßen einfach weggelassen werden, sind Entfernungseinschätzungen kaum möglich (statt zwei Blocks muss man auf einmal sieben laufen und hätte doch besser den Bus genommen). Auch von den empfohlenen Hotels und Restaurants sind die wenigsten in den Karten eingezeichnet. Dafür haben mir zwei Niederländer berichtet, dass im Lonely Planet z.B. der Stadtplan von Ibarra schlichtweg falsch ist.

Klarer Pluspunkt des Footprint sind die genauen und sehr detaillierten Preisangaben für fast jedes Hotel und Restaurant, wobei bei letzteren die Einteilung in "Seriously Cheap" (unter $1, gibt es fast gar nicht) und "Cheap" (von $1 bis $5, das sind fast alle) nicht ganz gelungen ist.

Fazit: Den Eindruck, dass sich eine Partei die Arbeit erleichtern wollte, wird man nicht los. Wer vom anderen abgeschrieben hat, muss aber offen bleiben. Das Footprint Ecuador Handbook scheint etwas exakter und detailreicher zu sein und kriegt deswegen meine Empfehlung.

11:09

Kommentare

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Bisherige Kommentare

Tino am 8. Juni 2006 00:16:

Hallo, ich möchte mit ein paar Freunden ein Hostel in Equador gründen. Wir haben uns da eine Gegend in den Anden angeschaut, die ca. 5 h von der Küste entfernt liegt.

Wie siehst Du die Chance, daß es Touristen gibt, die für ca. 20€ in ein neuerbautes Hostel mit gepflegten Zimmern gehen.

Wir haben duch eine equad. Familie sehr gute Beziehungen zur Bevölkerung.

Deine Meinung bitte!

Danke im voraus?

Tino


Ole am 8. Juni 2006 00:24:

Tino, dazu kann ich naturgemäß wenig sagen, das hängt von soooooo vielen Faktoren ab. Klar, das Potenzial (sprich: eine genügende Anzahl Touristen) ist sicher da, also: wenn ihr eure Sache gut macht, warum nicht.

Schau dir mal das Black Sheep Inn in Chugchilán an, die sind trotz recht hoher Preise sehr erfolgreich. Ich muss zwar gestehen, dass ich das nicht ganz verstehe, da andere Optionen im Ort ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis haben, aber sei's drum.


Tino am 8. Juni 2006 00:34:

Danke, für die schnelle Info, hat mir schon geholfen. Sowas stellen wir uns vor.

Tino