¿Hablas español?

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Freitag, 23. August 2002

¿Hablas español?

Puh, die erste Woche Unterricht ist geschafft. Sechs Stunden täglich schlauchen ganz schön und damit ist es noch nicht getan. Jeden Tag kommen so viele neue Vokabeln dazu, dass ich mich in dieser Woche allabendlich noch mal ein bis zwei Stunden hinsetzen muss, um wenigstens das Wichtigste zu wiederholen. Aber dafür bringt es natürlich auch eine Menge. Von fließendem Sprechen bin ich zwar noch weit entfernt, die Konversation fällt aber jeden Tag wesentlich leichter. Auch an die lateinamerikanischen Besonderheiten des Spanisch gewöhnt man sich schnell: c und z werden nicht "gelispelt" (erst mühsam eingeübt und jetzt muss man es sich wieder abgewöhnen) und statt der zweiten Person Plural benutzt man immer die dritte. Die Quiteños und die restlichen Bewohner der Sierra sprechen zudem das ll eher wie sch und j und g eher wie in ich als in ach aus sowie verschlucken gerne das eine oder andere s, egal ob am Ende oder in der Mitte des Wortes.

Meine Spanischschule liegt ziemlich zentral im modernen Zentrum Quitos und ist mit dem Bus oder zu Fuß wunderbar zu erreichen. Zur Zeit sind wir fünf Schüler, alle außer mir lustigerweise Schweizer. Es ist unglaublich, wie viele Schweizer sich in Quito rumtreiben, nach meiner subjektiven Einschätzung sogar mehr als Deutsche. Scheint fast so, als bevorzugten sie auch für den Urlaub kleine und bergige Länder, selbst am anderen Ende der Welt. Unterrichtet werden wir one-to-one, also ein Lehrer pro Schüler. Mein derzeitiger ist kaum älter als ich und sehr nett. Zur Abwechslung vom Unterricht machen wir in der Gruppe (Lehrer und Schüer) mindestens einmal pro Woche einen Ausflug zu touristischen Zielen in und um Quito. Diese Woche ging's zum Panecillo, einem Hügel, der die Altstadt überragt und einen umwerfenden Blick sowohl auf die ganze Stadt als auch die umliegenden Vulkane Pichincha und Cotopaxi (bei guter Sicht) bietet.

Lehrer und Schüler auf dem Panecillo Auf der Dachterrasse Carmita und Gonzalo

Lehrer und Schüler auf dem Panecillo · Auf der Dachterrasse · Carmita und Gonzalo

Dazu, dass das Leben in dieser Woche etwas mehr Alltag als Urlaub war, trägt bei, dass ich zusätzlich zum Spanischunterricht jetzt für einige Wochen in einer ecuadorianischen Familie wohne und nicht mehr im Hostel. Die ersten Tage waren mangels Verständigungsmöglichkeit ein bisschen anstrengend, aber seit ich besser reden kann, fühle ich mich dort recht wohl. Ich habe zwei "Schwestern" etwa in meinem Alter, die mich auch ab und an abends ein bisschen mitschleppen (und auch unter deren Freunden ist ein Halbschweizer!). Ansonsten stürzen wir Schüler uns jeden Freitag und hin und wieder unter der Woche in Quitos Nachtleben.

16:37

Kommentare

Rubrik: Spanisch

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Eine schrecklich nette Familie

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Bisherige Kommentare

dodo am 20. Dezember 2005 21:03:

hallo,
sehr interessant deine schilderungen. wie teuer war denn die sprachschule und wie heißt sie? befindet die sich auf der amazonas, nähe hilton-hotel, im stadtteil mariscal? ich allerdings möchte nicht mehr als 1 - 2 std. täglich nehmen, sonst wird es stressig.
die dünne luft kann einen anfangs schon zu schaffen machen gell.

freundliche grüße, dodo