Was kostet die Welt?

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Sonntag, 1. September 2002

Was kostet die Welt?

Obwohl die Preise in Ecuador seit der dolarización angeblich kräftig gestiegen sind, ist es immer noch ein Land, in dem man auch mit einem geringen Budget gut zurechtkommen kann.

An eine Unterkunft kommt man sehr günstig. Für $5 pro Nacht gibt's in Quito ein spartanisches, aber zumeist recht annehmbares Einzelzimmer mit eigenem Bad und fließend warmem Wasser. Noch billiger geht's auch, vorausgesetzt man ist mit einem Bett im Mehrbettzimmer zufrieden. Nach oben gibt's naturgemäß fast keine Grenzen, aber schon für ca. $30 bekommt man wirklich gute Hotelzimmer. In Guayaquil sind die Hotels etwas teurer, in den ländlicheren Gegenden dürfte es tendenziell ein wenig billiger sein.

Zum Transport kommen mangels U-Bahnen in den Städten und einem überregionalen Eisenbahnnetz im wesentlichen Busse in Frage. Eine Busfahrt in Quito kostet grundsätzlich 20¢, egal wie weit. Auch überlandbusse sind sehr günstig; von Quito aus kommt man z.B. für weniger als $7 in fast jede andere Stadt des Landes. Eine Taxifahrt kostet in den großen Städten $1 bis $2, nachts einen Dollar mehr.
Die an den Tankstellen angeschlagenen Benzinpreise sind etwa höher als die in Deutschland. Diesel kostet 90¢, Normalbenzin $1,10 und Super etwa $1,50. Eigentlich verwunderlich – bis man mitkriegt, dass hier per Gallone abgerechnet wird...

Ein typischer Quito-Bus

Quitos Busse sind nicht mehr die jüngsten

Restaurants und Kneipen kosten ungefähr die Häfte bis ein Viertel wie in Deutschland. In den billigsten Imbissen gibt's ein komplettes (gar nicht mal schlechtes) Mittagessen mit Suppe, Reis/Gemüse/Fleisch und einem Getränk für $1. Ein komplettes Essen in einem richtig guten Restaurant in einer teureren Gegend bekommt man für $5 bis $7. Ein großes Bier ("Pilsener – La cerveza del Ecuador") kostet zwischen 80¢ und $2, Eintritt in eine Bar/Disco $2 bis $4, inklusive einem Freigetränk.

Im Vergleich zu den Restaurants sind die Supermärkte kurioserweise sehr teuer (vielleicht ein Indiz für die Qualität des Essens in billigen Imbissen?!). Große Ketten wie Supermaxi können es preislich locker mit deutschen aufnehmen (und damit ist nicht nur Aldi-Niveau gemeint). Besonders "westliche" Markenware ist extrem teuer. Ein paar Billigläden mit hauptsächlich einheimischen Produkten gibt es auch, aber immer noch dürfte Selbstversorgung fast teurer sein als immer nur essen zu gehen.

Obstmarkt Obstmarkt

Tropisches Obst ist auf den Straßenmärkten extrem billig

Eigentlich hatte ich erwartet, in Ecuador extrem billig an Bücher zu kommen. Buchhandlungen sind jedoch sehr teuer, i.d.R. kosten selbst spanischsprachige Bücher mehr (und fremdsprachige umso mehr) als in Deutschland. Postkarten sind zwar sehr günstig zu bekommen, das Porto ist dafür umso höher: $1,05 für Postkarte oder Brief nach Europa. Wer eine Postkarte von mir bekommt, ist mir also eine ganze Menge wert...

Wer wie ich immer noch nicht digital fotografiert, wird sich überlegen, seine Fotos erst zu Hause entwickeln zu lassen. Für einen normalen Film mit 36 Bildern zahlt man $8 bis $10, und das bei teilweise schlechterer Qualität als aus Europa gewohnt.

In Quito gibt's unzählige Internetcafés und dementsprechend moderat sind die Preise. Pro Stunde 60¢ bis $1, wobei die teureren Plätze nicht unbedingt die schnelleren PCs oder Anbindungen haben.

18:42

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