"Frau Meier, bitte 32"

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Mittwoch, 4. September 2002

"Frau Meier, bitte 32"

Otavalo ist ein kleines Städtchen 65 km nördlich von Quito, das aus zwei Gründen eine Reise wert ist. Der eine ist die wunderbare Landschaft, überragt vom schneebedeckten Cayambe und geprägt von den Vulkanen Imbabura und Cotacachi, die in ihren Kratern oder rundherum wunderschöne Seen und Lagunen überblicken.

Die meisten Touristen kommen jedoch wegen des berühmten samstäglichen Marktes, der die ganze Stadt in Beschlag nimmt (und inzwischen wegen seiner Attraktivität an jedem Tag der Woche stattfindet). Der Markt ist dabei so riesengroß und gut organisiert, dass es sogar ein Lautsprechersystem wie im Supermarkt gibt, über das hauptsächlich bekanntgegeben wird, wo Eltern ihre verloren gegangenen Kinder wieder abholen können.

Ponchos und Teppiche sind einer der großen Renner Otavalo Mercado Auch Keramik gibt's alle paar Meter irgendwo Otavalo Mercado

Otavalo und die umliegenden Dörfer bilden laut Reiseführer eines der wichtigsten Zentren von artesanía von ganz Südamerika. Dementsprechend kann man auf dem Markt neben den obligatorischen gefälschten T-Shirts und Rucksäcken vor allem wunderschöne Souvenirs aus Keramik, Holz, Wolle und Leder kaufen, von Schmuck über Kleidung und Teppiche bis hin zu Küchenartikeln. überrascht hat mich dabei, dass man trotz der Berühmtheit verhältnismäßig wenigen gringos begegnet und dass die Preise so niedrig sind. Obwohl obligatorisch, traut man sich gar nicht mehr richtig zu handeln, wenn schon der erste geforderte Preis ein absolutes Schnäppchen darstellt.

Reis und Mehl in allen Variationen Obst gibt es in Ecuador wirklich in Hülle und Fülle Otavalo Mercado Otavalo Mercado Otavalo Mercado Iiiiih! Otavalo Mercado Otavalo Mercado

Der Obst- und Gemüsemarkt war wunderbar, die Fleischermeile eher eklig

Weiteres Highlight ist der Lebensmittelmarkt im Süden der Stadt. In einem abgeschlossenen Komplex reihen sich Imbisse und Marktstände dicht an dicht. Neben zig Sorten Gemüse und Getreide springen vor allem die Fleischverkäfer ins Auge, die direkt vor unseren Augen schlachten (teilweise musste man sich vor spritzendem Blut oder Fleischfetzen in Acht nehmen) oder das Schwein wahlweise auch ganz verkaufen (siehe Bild). Lebende Tiere werden dabei auch angeboten, mit für europäisches Verständnis unglaublichen Methoden: Kleine Hunde winseln zu fünfzehn oder zwanzig aus einem Minikäfig, Hühner liegen mit zusammengebundenen Beinen elend in der prallen Sonne oder werden zu zehnt im Sack gehalten und verkauft.

Ein Muss für jeden Touristen. Von Quito zweieinhalb Stunden Busfahrt, $1,60 one way.

17:58

Kommentare

Rubrik: Touren

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Bisherige Kommentare

la Ecuatoriana am 15. August 2006 22:17:

coole Seite und tolle Fotos! hab richtig heimweh bekommen :-( Ich werde deine Page an Freunde von mir, die hin gehen, weiter empfehlen! es ist dir wirklich gelungen ein Stückchen Ecuador mit nach Deutschland zu nehmen. Grüsse auf Frankfurt!