Man lernt nie aus

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Freitag, 13. September 2002

Man lernt nie aus

Ich hab's geschafft, heute war mein letzter Tag in der Schule. Nach insgesamt 120 Stunden Unterricht in den vier Wochen bin ich echt froh, diese Geschichte jetzt hinter und den "richtigen" Urlaub vor mir zu haben. Morgen geht's raus aus Quito in Richtung Süden.

Selbstredend, dass sich mein Spanisch extrem verbessert hat durch die sechs Stunden Unterricht täglich. Es hat gereicht um die komplette Grammatik durchzunehmen und gleichzeitig viel zu üben, sodass ich jetzt zwar keineswegs fließend spreche (was wohl auch nicht zu erwarten war), aber doch ziemlich viel verstehe und mich gut verständigen kann.

Gruppenbild

Gruppenbild von Schülern und Lehrern auf der Dachterrasse

Über meine Schule "Mitad del Mundo" kann ich Gutes und Schlechtes berichten. Der Unterricht ist sehr effizient und es wird mit sehr guten Unterrichtsmaterialien gearbeitet. Durch diverse Lektüren habe ich dabei ganz nebenbei eine ganze Menge über die Geschichte und Gesellschaft Ecuadors und Südamerikas gelernt. Auch meine Lehrer waren wirklich hervorragend, insbesondere Joselo. Da man im Normalfall jede Woche einen anderen Lehrer hat, bekommt man verschiedene Stile mit und kann sich schwierige Dinge gut mehrmals erklären lassen. Ein großes Plus der Schule war die Gestaltung des Lebens außerhalb der Klassenräme. Ob die Pausen auf der Terrasse oder die Zeit nach "Schulschluss", die Atmosphäre war immer äußerst gelöst und witzig. Dazu beigetragen hat vor allem, dass die jungen Mitarbeiter der Schule uns Schüler immer unterhalten und auch abends etwas mit uns unternommen haben.

Gruppenbild

Auf der anderen Seite hatten ich und auch die anderen Schüer das ein oder andere Mal das Gefühl, ein bisschen über den Tisch gezogen zu werden. Wenn wir mit den Mädels abends ausgegangen sind oder in der Schule gefeiert haben, wurde praktisch immer stillschweigend davon ausgegangen, dass die gringos die Zeche bezahlen. Das galt das ein oder andere Mal sogar dann, als deren ecuatorianische Freunde mit dabei waren, die wir überhaupt nicht kannten und konnte teilweise ganz schön teuer werden. Da fragt man sich manchmal, ob die Ecuatorianos mit uns ausgegangen sind oder doch eher mit unseren Brieftaschen.
Auch Sylvia, die Chefin der Schule, wusste sich ihre Dienste immer gut zu bezahlen und verlangte für Wochenendtouren außer der Reihe teilweise horrende Preise. Zwar konnte sie wertvolle Reise- und Ausflugstipps geben, ich wurde jedoch das Gefühl nicht los, dass sie immer versucht hat, einem Angebote anderer Veranstalter auszureden und ihre eigenen zu verkaufen, ohne begründen zu können, warum die anderen schlechter sind.

Wir machen Kartoffelbrei Paola Mathias macht Caipiriña Vero Karin Aserejé Mathias muss strippen Mathias muss strippen You can leave your hat on! Gina, Nico, Paola, Ralf Ralf kocht Spaghetti Selbstporträt Nico Paola und Gina Essen auf der Terrasse

Fazit: ich hatte eine tolle Zeit in der Schule und kann sie durchaus weiterempfehlen, wenn man sich bewusst ist, dass es auch andere Optionen gibt als die, die man in der Schule empfohlen bekommt. Wer zum Spanischlernen nach Quito (oder sonstwohin) kommt, sollte sich außerdem bewusst sein, dass es harte Arbeit ist und neben dem Unterricht oft nicht viel Zeit für andere Aktivitäten bleibt (man muss das Ganze ja auch noch wiederholen). Deswegen immer auch den nachfolgenden Urlaub mit einplanen!

Für Interessierte: Academia de Español "Mitad del Mundo", Darquea Terán 58 y Versalles, Quito. Kosten: ca. $5,50 pro Stunde Einzelunterricht.

20:50

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Rubrik: Spanisch

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