Ecuador im September 2002

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Sonntag, 1. September 2002

Was kostet die Welt?

Obwohl die Preise in Ecuador seit der dolarización angeblich kräftig gestiegen sind, ist es immer noch ein Land, in dem man auch mit einem geringen Budget gut zurechtkommen kann.

An eine Unterkunft kommt man sehr günstig. Für $5 pro Nacht gibt's in Quito ein spartanisches, aber zumeist recht annehmbares Einzelzimmer mit eigenem Bad und fließend warmem Wasser. Noch billiger geht's auch, vorausgesetzt man ist mit einem Bett im Mehrbettzimmer zufrieden. Nach oben gibt's naturgemäß fast keine Grenzen, aber schon für ca. $30 bekommt man wirklich gute Hotelzimmer. In Guayaquil sind die Hotels etwas teurer, in den ländlicheren Gegenden dürfte es tendenziell ein wenig billiger sein.

Zum Transport kommen mangels U-Bahnen in den Städten und einem überregionalen Eisenbahnnetz im wesentlichen Busse in Frage. Eine Busfahrt in Quito kostet grundsätzlich 20¢, egal wie weit. Auch überlandbusse sind sehr günstig; von Quito aus kommt man z.B. für weniger als $7 in fast jede andere Stadt des Landes. Eine Taxifahrt kostet in den großen Städten $1 bis $2, nachts einen Dollar mehr.
Die an den Tankstellen angeschlagenen Benzinpreise sind etwa höher als die in Deutschland. Diesel kostet 90¢, Normalbenzin $1,10 und Super etwa $1,50. Eigentlich verwunderlich – bis man mitkriegt, dass hier per Gallone abgerechnet wird...

Ein typischer Quito-Bus

Quitos Busse sind nicht mehr die jüngsten

Restaurants und Kneipen kosten ungefähr die Häfte bis ein Viertel wie in Deutschland. In den billigsten Imbissen gibt's ein komplettes (gar nicht mal schlechtes) Mittagessen mit Suppe, Reis/Gemüse/Fleisch und einem Getränk für $1. Ein komplettes Essen in einem richtig guten Restaurant in einer teureren Gegend bekommt man für $5 bis $7. Ein großes Bier ("Pilsener – La cerveza del Ecuador") kostet zwischen 80¢ und $2, Eintritt in eine Bar/Disco $2 bis $4, inklusive einem Freigetränk.

Im Vergleich zu den Restaurants sind die Supermärkte kurioserweise sehr teuer (vielleicht ein Indiz für die Qualität des Essens in billigen Imbissen?!). Große Ketten wie Supermaxi können es preislich locker mit deutschen aufnehmen (und damit ist nicht nur Aldi-Niveau gemeint). Besonders "westliche" Markenware ist extrem teuer. Ein paar Billigläden mit hauptsächlich einheimischen Produkten gibt es auch, aber immer noch dürfte Selbstversorgung fast teurer sein als immer nur essen zu gehen.

Obstmarkt Obstmarkt

Tropisches Obst ist auf den Straßenmärkten extrem billig

Eigentlich hatte ich erwartet, in Ecuador extrem billig an Bücher zu kommen. Buchhandlungen sind jedoch sehr teuer, i.d.R. kosten selbst spanischsprachige Bücher mehr (und fremdsprachige umso mehr) als in Deutschland. Postkarten sind zwar sehr günstig zu bekommen, das Porto ist dafür umso höher: $1,05 für Postkarte oder Brief nach Europa. Wer eine Postkarte von mir bekommt, ist mir also eine ganze Menge wert...

Wer wie ich immer noch nicht digital fotografiert, wird sich überlegen, seine Fotos erst zu Hause entwickeln zu lassen. Für einen normalen Film mit 36 Bildern zahlt man $8 bis $10, und das bei teilweise schlechterer Qualität als aus Europa gewohnt.

In Quito gibt's unzählige Internetcafés und dementsprechend moderat sind die Preise. Pro Stunde 60¢ bis $1, wobei die teureren Plätze nicht unbedingt die schnelleren PCs oder Anbindungen haben.

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Mittwoch, 4. September 2002

"Frau Meier, bitte 32"

Otavalo ist ein kleines Städtchen 65 km nördlich von Quito, das aus zwei Gründen eine Reise wert ist. Der eine ist die wunderbare Landschaft, überragt vom schneebedeckten Cayambe und geprägt von den Vulkanen Imbabura und Cotacachi, die in ihren Kratern oder rundherum wunderschöne Seen und Lagunen überblicken.

Die meisten Touristen kommen jedoch wegen des berühmten samstäglichen Marktes, der die ganze Stadt in Beschlag nimmt (und inzwischen wegen seiner Attraktivität an jedem Tag der Woche stattfindet). Der Markt ist dabei so riesengroß und gut organisiert, dass es sogar ein Lautsprechersystem wie im Supermarkt gibt, über das hauptsächlich bekanntgegeben wird, wo Eltern ihre verloren gegangenen Kinder wieder abholen können.

Ponchos und Teppiche sind einer der großen Renner Otavalo Mercado Auch Keramik gibt's alle paar Meter irgendwo Otavalo Mercado

Otavalo und die umliegenden Dörfer bilden laut Reiseführer eines der wichtigsten Zentren von artesanía von ganz Südamerika. Dementsprechend kann man auf dem Markt neben den obligatorischen gefälschten T-Shirts und Rucksäcken vor allem wunderschöne Souvenirs aus Keramik, Holz, Wolle und Leder kaufen, von Schmuck über Kleidung und Teppiche bis hin zu Küchenartikeln. überrascht hat mich dabei, dass man trotz der Berühmtheit verhältnismäßig wenigen gringos begegnet und dass die Preise so niedrig sind. Obwohl obligatorisch, traut man sich gar nicht mehr richtig zu handeln, wenn schon der erste geforderte Preis ein absolutes Schnäppchen darstellt.

Reis und Mehl in allen Variationen Obst gibt es in Ecuador wirklich in Hülle und Fülle Otavalo Mercado Otavalo Mercado Otavalo Mercado Iiiiih! Otavalo Mercado Otavalo Mercado

Der Obst- und Gemüsemarkt war wunderbar, die Fleischermeile eher eklig

Weiteres Highlight ist der Lebensmittelmarkt im Süden der Stadt. In einem abgeschlossenen Komplex reihen sich Imbisse und Marktstände dicht an dicht. Neben zig Sorten Gemüse und Getreide springen vor allem die Fleischverkäfer ins Auge, die direkt vor unseren Augen schlachten (teilweise musste man sich vor spritzendem Blut oder Fleischfetzen in Acht nehmen) oder das Schwein wahlweise auch ganz verkaufen (siehe Bild). Lebende Tiere werden dabei auch angeboten, mit für europäisches Verständnis unglaublichen Methoden: Kleine Hunde winseln zu fünfzehn oder zwanzig aus einem Minikäfig, Hühner liegen mit zusammengebundenen Beinen elend in der prallen Sonne oder werden zu zehnt im Sack gehalten und verkauft.

Ein Muss für jeden Touristen. Von Quito zweieinhalb Stunden Busfahrt, $1,60 one way.

17:58 | (1) | Kommentieren | Permalink


Samstag, 7. September 2002

Das Gesicht Sucres

In Europa wäre die Besteigung eines Fast-Fünftausenders für einen absolut unerfahrenen Bergsteiger wie mich undenkbar; in Ecuador gestaltet sich die Sache leichter: die Schneegrenze liegt in der Regel über 5.000 m, die Viertausender gelten eher als gute Akklimatisierungstouren für den Cotopaxi und den Chimborazo denn als echte Herausforderung.

Mathias und Karin auf der Ladefläche Johannes und Manuel auf der Ladefläche Die Pferde liefen einfach in der Gegend rum So sah unser Gefährt von außen aus

Bei der Fahrt auf 4.000 m auf der Ladefläche hat's ganz schön gewackelt!

Nur etwa 15 km westlich von Quito liegt der aktive Vulkan Pichincha. 1999 hat er sich nach über 300 Jahren Ruhe zurückgemeldet und der Hauptstadt einen Ascheregen beschert. Weil einer seiner beiden Teile (Guagua: "Kind" und Rucu: "Vater") entfernt an ein liegendes Gesicht erinnert, wird er von den Quiteños auch la cara de Sucre genannt (in Erinnerung an die vom Volkshelden Antonio Sucre geführte Schlacht von Pichincha, die Quito von der Kolonialherrschaft befreite).

Dick verpackt (es war schon recht frisch auf dieser Höhe) ging's dann zu Fuß weiter Gleichzeitig mit der Schutzhütte haben wir auch die Wolken erreicht Der Aufstieg hat ganz schön geschlaucht Die Hütte war spärlich, aber zweckmäßig

Der Aufstieg bis zur Schutzhütte war noch der leichtere Teil, ging aber auch schon ziemlich auf die Lungen. Dort gab's dann erstmal die verdiente Frühstückspause (mit Tee – bzw. farbigem Wasser – vom Aufseher)

Unser Aufstieg zum Gipfel des Guagua beginnt gemütlich. Auf der Ladefläche eines Pick-up lassen wir uns für den Wucherpreis von $20 zu einem kleinen Plateau auf 4.000 m Höhe fahren. (Auf Wunsch kann man sich sogar bis zur Schutzhütte auf 4.500 m bringen lassen. Die Staubpiste hinauf ist vergleichsweise gut erhalten). Schon nach den ersten Metern zu Fuß bekomme ich zum ersten Mal zu spüren, welche Probleme die dünne Höhenluft verursachen kann. Obwohl der Aufstieg nicht besonders schwierig ist, fallen die Schritte und das Atmen viel schwerer als gewohnt. Nach ca. 70 Minuten erreichen wir die Schutzhütte, wo uns der Aufseher zur Frühstückspause mit heißem Tee versorgt. Von hier ist es nur noch eine gute halbe Stunde zum südlichen Gipfel. Der Weg ist relativ einfach zu gehen, die Höhenluft macht uns allen jedoch zu schaffen. Leider hängen die Wolken heute auf etwa 4.400 m, sodass wir die Aussicht nur eingeschränkt genießen können. Andere Vulkane wie der Cotopaxi sind nicht zu sehen, auch der Blick in den Krater bietet nichts als Nebel (die schwefeligen Dämpfe des Vulkans sind allerdings gut riechbar). Wenn die Wolkendecke einmal aufreißt, haben wir einen tollen Blick auf Quito, dass zwei Kilometer unter uns im Tal liegt. Der Aufstieg auf den höher gelegenen nördlichen Gipfel ist beschwerlicher und dauert noch einmal um die 30 Minuten. Der Anblick der Höhenmarkierung (4.781 m) entschädigt uns jedoch für alle Strapazen. Hier oben liegen die Temperaturen noch knapp über dem Nullpunkt, allerdings weht ein extrem starker und eisiger Wind.

Mathias rettet waghalsig meine weggeflogene Mütze Das Gipfelkreuz steht auf dem niedrigeren der beiden Gipfel Mathias ist der Erste ganz oben Direkt hinter uns geht's hunderte Meter in den Krater hinab

Zum Gipfel sind's nur noch knapp über 100 Höhenmeter, aber der Weg wird wesentlich beschwerlicher. Außerdem weht ein eisiger Wind. Trotzdem haben wir es alle bis ganz nach oben geschafft! Ein Blick in den Krater bot nichts als Wolken. Aber man konnte riechen, dass da unten irgendetwas brodelte.

Den Abstieg auf 3.100 m bewältigen wir komplett zu Fuß. Für die etwa 15 km über den relativ gut begehbaren Weg brauchen wir dreieinhalb Stunden. Erschöpft und mit schmerzenden Füßen und Knien warten wir auf den Bus nach Quito, gleichermaßen froh, wieder unbeschwerter atmen zu können und überrascht, wie vergleichsweise einfach der Aufstieg war.

Blick zum oberen Gipfel des Pichincha (links in den Wolken ist der Krater) Eine karge sandige Landschaft prägt die höheren Lagen, weiter unten ist es aber schön grün Tief unten im Tal liegt Quito Je weiter runter wir liefen, desto wärmer und angenehmer wurde das Wetter wieder

Trotz des schlechten Wetters gab es wunderschöne Ausblicke nach oben (Gipfel) und unten (Quito) · Für den Abstieg haben wir dreieinhalb anstrengende Stunden gebraucht

Für Interessierte eine kurze Wegbeschreibung: Von der Av. América nimmt man einen Bus nach Mena 2 bis zur Calle Angamarca (30 Minuten, 20¢). Einen Block von der Hauptstraße entfernt fährt morgens um 7 Uhr ein Bus ins Städtchen Lloa (40 Minuten, 35¢). In Lloa beginnt auf 3.100 m die Straße zum Gipfel, von hier kann man entweder eine Camioneta chartern oder zu Fuß aufbrechen. Der letzte Bus zurück nach Quito fährt in Lloa gegen 18 Uhr ab. Bergsteigerausrüstung wird nicht benötigt, lediglich warme Kleidung. Mütze und Handschuhe sind empfehlenswert, ebenso gute Wanderschuhe. Die Besteigung des Rucu wird wegen Überfallgefahr nicht empfohlen.

21:45 | (0) | Kommentieren | Permalink


Dienstag, 10. September 2002

Ketchup und Mayonnaise

Wie es sich für eine ordentliche Metropole gehört, ist Quitos Nachtleben ziemlich vielfältig. Mich irritiert ein bisschen, dass es kaum "normale" Kneipen gibt, die bis tief in die Nacht geöffnet haben. Entweder Restaurants/Cafés, die um 21 oder 22 Uhr schließen oder eben Bars/Discos, in denen es kaum Tische gibt und die Musik viel zu laut zum Unterhalten ist (was manchmal auch nicht schlecht ist, dann muss ich mich nicht mit dem Spanisch rumquälen). Aber nichtsdestotrotz kann man sich sehr gut amüsieren.

Karaoke Mathias Janie Paola Mona

Die größte Dichte (nämlich mehr oder weniger vier komplette Straßen) gibt es in gringolandia, u.a. die sehr angesagte No Bar. Hier lässt sich auch eine besondere Form von Rassismus beobachten: als potenziell reicher gringo läuft man im Gegensatz zu den Einheimischen nirgendwo Gefahr, am Türsteher zu scheitern. Abseits der von Ausländern ausgetretenen Pfade kann ich das Oz/Macks tief im Süden Quitos empfehlen, eine Riesendisco mit vier Tanzflächen (mit Musik von Salsa bis Techno) und Platz für wahrscheinlich ebenso viele tausend Menschen. Leider ist die Rückfahrt in den Norden nachts ein bisschen schwierig, der Taxifahrer hat uns zu dritt glatt $8 abgeknöpft.

Wider Erwarten ist auch Karaoke ein Riesenhit in Ecuador (mir scheint, die ganze Welt fährt darauf ab, nur die Deutschen trauen sich nicht zu singen). Ist wie immer ein Heidenspaß und die Karaokebars in Quito haben eine erstaunlich große Auswahl auch an englischen Liedern.

Auch abgesehen davon, dass Shakira Spanisch singt, ist die Musik sehr viel eigenständiger und nicht so auf den Englisch sprechenden Teil der Welt fixiert wie in Deutschland. Der Großteil der Hits kommt aus Spanien, Kolumbien und Argentinien. Momentan am angesagtesten sind:

  • Aserejé von Las Ketchup, inzwischen ja auch in Deutschland der Sommerhit.
  • A Dios Le Pido von Juanes.
  • Torero von Chayanne.
  • Mayonesa von Chocolate.

Hört mal rein, es lohnt sich!

18:06 | (0) | Kommentieren | Permalink


Freitag, 13. September 2002

Man lernt nie aus

Ich hab's geschafft, heute war mein letzter Tag in der Schule. Nach insgesamt 120 Stunden Unterricht in den vier Wochen bin ich echt froh, diese Geschichte jetzt hinter und den "richtigen" Urlaub vor mir zu haben. Morgen geht's raus aus Quito in Richtung Süden.

Selbstredend, dass sich mein Spanisch extrem verbessert hat durch die sechs Stunden Unterricht täglich. Es hat gereicht um die komplette Grammatik durchzunehmen und gleichzeitig viel zu üben, sodass ich jetzt zwar keineswegs fließend spreche (was wohl auch nicht zu erwarten war), aber doch ziemlich viel verstehe und mich gut verständigen kann.

Gruppenbild

Gruppenbild von Schülern und Lehrern auf der Dachterrasse

Über meine Schule "Mitad del Mundo" kann ich Gutes und Schlechtes berichten. Der Unterricht ist sehr effizient und es wird mit sehr guten Unterrichtsmaterialien gearbeitet. Durch diverse Lektüren habe ich dabei ganz nebenbei eine ganze Menge über die Geschichte und Gesellschaft Ecuadors und Südamerikas gelernt. Auch meine Lehrer waren wirklich hervorragend, insbesondere Joselo. Da man im Normalfall jede Woche einen anderen Lehrer hat, bekommt man verschiedene Stile mit und kann sich schwierige Dinge gut mehrmals erklären lassen. Ein großes Plus der Schule war die Gestaltung des Lebens außerhalb der Klassenräme. Ob die Pausen auf der Terrasse oder die Zeit nach "Schulschluss", die Atmosphäre war immer äußerst gelöst und witzig. Dazu beigetragen hat vor allem, dass die jungen Mitarbeiter der Schule uns Schüler immer unterhalten und auch abends etwas mit uns unternommen haben.

Gruppenbild

Auf der anderen Seite hatten ich und auch die anderen Schüer das ein oder andere Mal das Gefühl, ein bisschen über den Tisch gezogen zu werden. Wenn wir mit den Mädels abends ausgegangen sind oder in der Schule gefeiert haben, wurde praktisch immer stillschweigend davon ausgegangen, dass die gringos die Zeche bezahlen. Das galt das ein oder andere Mal sogar dann, als deren ecuatorianische Freunde mit dabei waren, die wir überhaupt nicht kannten und konnte teilweise ganz schön teuer werden. Da fragt man sich manchmal, ob die Ecuatorianos mit uns ausgegangen sind oder doch eher mit unseren Brieftaschen.
Auch Sylvia, die Chefin der Schule, wusste sich ihre Dienste immer gut zu bezahlen und verlangte für Wochenendtouren außer der Reihe teilweise horrende Preise. Zwar konnte sie wertvolle Reise- und Ausflugstipps geben, ich wurde jedoch das Gefühl nicht los, dass sie immer versucht hat, einem Angebote anderer Veranstalter auszureden und ihre eigenen zu verkaufen, ohne begründen zu können, warum die anderen schlechter sind.

Wir machen Kartoffelbrei Paola Mathias macht Caipiriña Vero Karin Aserejé Mathias muss strippen Mathias muss strippen You can leave your hat on! Gina, Nico, Paola, Ralf Ralf kocht Spaghetti Selbstporträt Nico Paola und Gina Essen auf der Terrasse

Fazit: ich hatte eine tolle Zeit in der Schule und kann sie durchaus weiterempfehlen, wenn man sich bewusst ist, dass es auch andere Optionen gibt als die, die man in der Schule empfohlen bekommt. Wer zum Spanischlernen nach Quito (oder sonstwohin) kommt, sollte sich außerdem bewusst sein, dass es harte Arbeit ist und neben dem Unterricht oft nicht viel Zeit für andere Aktivitäten bleibt (man muss das Ganze ja auch noch wiederholen). Deswegen immer auch den nachfolgenden Urlaub mit einplanen!

Für Interessierte: Academia de Español "Mitad del Mundo", Darquea Terán 58 y Versalles, Quito. Kosten: ca. $5,50 pro Stunde Einzelunterricht.

20:50 | (0) | Kommentieren | Permalink


Freitag, 13. September 2002

Eine schrecklich nette Familie

Während der vier Wochen in der Schule habe ich in einer ecuatorianischen Familie gelebt. Organisiert wurde das von der Schule, die mit mehreren Familien eng zusammenarbeitet und ihnen regelmäßig Schüler vermittelt. So wurde auch mir anfangs zugesagt, dass die Familie Erfahrung mit ausländischen Mitbewohnern hat – dass das nicht der Fall und ich der erste Gast war, stellte sich erst später heraus.

Auch ansonsten bin ich nicht ganz glücklich geworden mit meiner Gastfamilie. Zwar waren alle sehr nett und zuvorkommend zu mir, es war aber einfach keine gute Umgebung für mich als Gaststudenten. Die alleinerziehende Mutter und ihre beiden Töchter in meinem Alter lebten relativ stark aneinander vorbei und waren vielbeschäftigt bzw. selten zu Hause. So kam es, dass ein gemeinsames Essen (bei dem ich mein Spanisch einfach hätte trainieren können) die absolute Ausnahme war und ich meistens allein mit der Haushälterin (die ein bisschen Angst vor mir hatte) gegessen habe. So hat jeder mehr oder weniger seinen eigenen Tagesablauf gehabt, zu längeren Unterhaltungen mit mir kam es selten.

Wenn mich meine sehr netten "Schwestern" ab und zu mal auf eine Party mit ihren Freunden mitgenommen haben, war es aber immer ein Heidenspaß und ein sehr gutes Training für mein Spanisch. Auf einer Geburtstagsparty ihres Cousins war ich einmal sogar nicht der einzige anwesende Deutsche, das Geburtstagskind hatte nämlich ein Auto von den Eltern bekommen. Daran wird schon deutlich, dass meine Familie offensichtlich sehr gutsituiert war. Die Wohnung umfasste eine ganze Etage in einem modernen Haus und man fuhr einen fetten Geländewagen. Besonders viel vom typisch ecuatorianischen Leben dürfte ich also nicht mitbekommen haben.

Die Kosten für die Unterbringung in einer Familie liegen um die $10-$15 pro Tag inkl. Verpflegung und Wäsche. Dafür bekommt man wirklich gutes Essen, deswegen ist es nicht oder höchstens ein wenig teurer als das Leben in einem billigen Hostel

22:47 | (0) | Kommentieren | Permalink


Samstag, 14. September 2002

Allee der Vulkane

Südlich von Quito befindet sich einer der schönsten Teile der ecuadorianischen Anden. Von Alexander von Humboldt vor 200 Jahren "Allee der Vulkane" getauft, reihen sich die höchsten Berge des Landes entlang der Panamericana wie an einer Perlenkette auf. Die Gegend bietet auch beste Gelegenheit für die eine oder andere atemberaubende Busfahrt – sei es wegen der Landschaft, der exotischen Mitreisenden oder des tollkühnen Fahrstils.

13:16 | (0) | Kommentieren | Permalink


Sonntag, 15. September 2002

Cotopaxi

Für die Leute in Ecuador ist er so etwas wie eine Legende. Zweithöchster Berg des Landes und mit seiner fast perfekten Kegelform auch einer der schönsten der Welt. Entgegen der verbreiteten Meinung ist der Cotopaxi mit seinen 5.897 m seit einigen Jahren jedoch nur noch der zweithöchste aktive Vulkan der Erde. Er beherrscht die Landschaft südlich von Quito und übertrifft seinen größeren Nachbarn Chimborazo an Beliebt- und Berühmtheit bei weitem.

Gleichzeitig ist er der am meisten bestiegene Berg der Anden. Man darf zwar nicht erwarten, den Aufstieg für sich alleine zu haben, dafür gibt es aber auch zig Tourveranstalter, die einem die Besteigung bis zur Schutzhütte (4.800 m) oder bis ganz nach oben vergleichsweise einfach machen.

Die Steine stammen vom letzten großen Ausbruch Dieser Riesenbrocken liegt über 20 km vom Vulkan entfernt Ab und zu mussten wir auf andere Verkehrsteilnehmer warten Kahle, aber schöne Landschaft am Fuß des Berges

Schon die Fahrt zum Gipfel hatte Interessantes zu bieten

Ein wolkenfreier Blick blieb uns trotz sonnigem Wetter leider verwehrt Trotzdem wirkte der Cotopaxi auch von weitem enorm imposant Bis ganz rauf zum Gipfel ist es auch von der Hütte noch ein ganz schönes Stück Zum Parkplatz auf 4.500 m konnten sogar Busse fahren, so vergleichsweise gut war die Straße

Bis auf 4.500 m kann man mit dem Geländewagen fahren

Schon in 30 km Entfernung vom Cotopaxi (Luftlinie) fahren wir durch eine unwirkliche Landschaft. Überall verstreut liegen Hunderte kleiner und größerer Felsbrocken herum, die beim letzten großen Ausbruch vor 125 Jahren durch die Luft geflogen sind. Der dickste Brocken ist so groß wie ein Lastwagen. Weiter geht die Fahrt hinein in den Parque Nacional Cotopaxi bis hinauf zum Parkplatz auf etwa 4.500 m. von der Schutzhütte trennt uns noch eine einstündige Wanderung durch die kalte und dünne Luft. Die nächtliche Besteigung des Gipfels plane ich für einen zweiten Besuch übermorgen, für heute ist das Ziel erreicht. Die Schutzhütte liegt am Fuß eines Gletschers, sodass wir mit vorsichtigen Schritten ein bisschen Kletteratmosphähre schnuppern können. Weiter als etwa 100 m kann man ohne Ausrüstung jedoch nicht gehen.

Aussicht ins Tal Endlos viele Touristen quäen sich die 300 Höhenmeter vom Parkplatz hinauf Aussicht ins Tal Die Schutzhütte ist sehr modern und komfortabel Dort oben in den Wolken ist der Gipfel Ganz bis nach oben sehen konnten wir leider nicht Von der Hütte kann man zum Gletscher laufen Selma und Jan aus Holland

Trotz der vielen Wolken hatte man eine wunderschöne Aussicht

Um diese Jahreszeit ist der Gipfel sehr oft wolkenverhangen, so auch heute. Ein freier Blick nach oben und auf die benachbarten Vulkane bleibt uns deswegen meistens verwehrt. Schon der Blick nach unten entschädigt jedoch für vieles und auch das Zusammenspiel von Wolken, Sonne und dem glitzernden Eis hat seinen Reiz.

Der Gletscher geht auch in etwa herunter bis 4.800 m Gletscher Die Bergsteiger üben für den morgigen Aufstieg Faszinierende Eisgebilde

Auf dem Gletscher konnten wir ohne Ausrüstung nicht weiter gehen als ein paar Meter

Empfehlenswertes Reisebüro in Latacunga für die Gipfelbesteigung: Selvanieve Tours, Belisario Quevedo y Guayaquil. Kostenpunkt für die zweitägige Tour: $115 inkl. Verpflegung und der kompletten Ausrüstung (haben auch Schuhe bis Größe 48, die sind sonst schwer zu finden).
Gute Unterkunft in Latacunga: Hotel Estambul, Belisario Quevedo y Padre Salcedo. $6 fürs Einzelzimmer mit allgemeinem, aber sehr sauberem Bad in einem wunderschönen alten Haus mit Innenhof, Dachterrasse und Blick auf den Cotopaxi. Einziger Nachteil: die Betten sind kaum länger als 180 cm.

23:38 | (0) | Kommentieren | Permalink


Montag, 16. September 2002

Wie in der Eifel?!

Laguna Quilotoa Laguna Quilotoa Laguna Quilotoa

In der Umgebung des Cotopaxi gibt es eine Menge weiterer Vulkane, auch den bereits erloschenen Quilotoa (3.850 m). In seinem riesigen Krater befindet sich heute ein wunderschöner smaragdgrüner See, der zum Pflichtbesuch jedes Touristen gehören sollte.

Den Krater kann man an seinem Rand sowohl umrunden als auch ca. 300 m tief bis zum Ufer des Sees herabklettern. Der sandige Weg hinab durch kleine Schluchten und an großen Felsen vorbei war eine meiner schönsten Wanderungen. Nach einer guten halben Stunde ist man unten am Strand. Das salzige und schwefelige Wasser der Lagune ist jedoch weder zum Baden noch zum Trinken geeignet. Der Aufstieg danach war ziemlich anstrengend; wahrscheinlich ist es besser, sich vor dem Abstieg für $2 einen Esel zu mieten, der einen dann wieder heraufträgt. Oben angekommen, versuchen zahlreiche Händler, uns wirklich schöne Masken und Bilder zu verkaufen. Mein Geschmack war's nicht, aber wer drauf steht, kann sicher ein Schnäppchen machen.

Laguna Quilotoa Laguna Quilotoa Ein toller Strand, aber baden konnte man in dem Wasser nicht Auch hier mitten im Niemandsland wird flei&szig;ig gezündelt – warum, weiß kein Mensch! Laguna Quilotoa Laguna Quilotoa Laguna Quilotoa Laguna Quilotoa Laguna Quilotoa

Atemberaubende Busfahrt von Latacunga in Richtung Quevedo bis nach Zumbahua (2h, $1). Von dort sind es zwölf leicht ansteigende Kilometer zum Krater des Quilotoa, die man entweder zu Fuß oder in einer Camioneta ($10-12 mit Abholen zwei Stunden später) zurücklegen kann. Zurück nach Latacunga kann man sich einen vorbeikommenden Bus heranwinken oder wie wir das Glück haben, auf der Ladefläche eines privaten Pick-up zu fast demselben Preis mitgenommen zu werden.

23:36 | (1) | Kommentieren | Permalink


Freitag, 20. September 2002

Wieder in Deutschland

Aus privaten Gründen habe ich meinen Ecuador-Aufenthalt vorzeitig abgebrochen und bin seit gestern wieder in Deutschland. Deswegen wird es leider nicht mehr viele Updates in meinem Reisejournal geben, nur noch einige Nachträge in den nächsten Tagen.

Ich bedaure, dass ich die Reise nicht wie geplant fortsetzen kann und dass deswegen viele Infos über interessante Orte in Ecuador in meinem Journal fehlen.

21:04 | (0) | Kommentieren | Permalink


Montag, 23. September 2002

Kurioses

  • Sieht man sich einen Stadtplan von Quito an, scheint irgendwie an fast jedem Tag des Jahres etwas so Wichtiges in der Geschichte Ecuadors passiert zu sein, dass man eine Straße danach benennen kann. Av. 10 de Agosto, 12 del Octubre, 6 de Diciembre sind nur die wichtigsten.
  • Die Müllabfuhr in Quito kommt immer mitten in der Nacht, wenn weniger Verkehr ist.
  • Wer einkaufen will, setzt sich am besten und bequemsten einfach in einen beliebigen Bus und wartet ab. Nach ein, zwei Stunden waren normalerweise so viele Händler da, dass man von Obst über Süßigkeiten bis hin zu Gartenschläuchen und Fernsehantennen alles beisammen hat, was man sich vorstellen kann.
  • In einem Land, das zu den größten Kaffeeproduzenten der Welt gehört, trinkt man sehr viel Instant Coffee.
  • Die auf den Märkten angebotenen Früchte sind oft noch total grün, da sie alle passend für den Export geerntet werden.
  • In den Hügeln rund um die Städte sieht man rund um die Uhr immer irgendwo kleiner Feuer. Angeblich sind die Einheimischen zu faul, das Grasland zu pflegen oder zu mähen und brennen es stattdessen einmal pro Jahr ab. Tsts.
Dieser Hang wurde gerade abgefackelt

Dieser Hang wurde gerade abgefackelt

  • Gerade sonntags schließen viele Restaurants. Hängt vielleicht damit zusammen, dass das Land sehr katholisch ist.
  • Obwohl die Menschen hier wesentlich schlechter Englisch sprechen als z.B. in Deutschland und obwohl es über 300 Mio. Menschen mit Muttersprache Spanisch gibt, werden die allermeisten Hollywoodfilme nicht synchronisiert, sondern im Original gezeigt. Kann mir jemand sagen, ob das in Spanien auch so ist?

12:50 | (1) | Kommentieren | Permalink


Dienstag, 24. September 2002

Sightseeing in Quito

Quitos koloniale Altstadt wurde schon Ende der siebziger Jahre zum Weltkulturerbe ernannt. Ein Spaziergang durch die kleinen, hügeligen Gassen ist vor allem sonntags zu empfehlen, wenn die Altstadt größtenteils für Autos gesperrt ist. In der Calle Chile findet täglich ein kilometerlanger Straßenmarkt statt, der für Kleidung, CDs oder einfach nur zum Schlendern sehr zu empfehlen ist.

Quito hat 86 Kirchen, das sagt zumindest mein Reiseführer. Die wichtigsten und von innen schönsten sollen die Kathedrale an der Plaza de la Independencia und San Francisco sein. Von außen am beeindruckendsten wirkt aber mit Sicherheit die über der Altstadt thronende Basilika, die mich ein bisschen an den Köner Dom erinnert (allerdings in weiß). Nach 98 Jahren Bauzeit wurde sie erst 1985 fertig gestellt. Heute besitzt die Basilika die höchsten Kirchtürme Südamerikas (140 m), die zudem über klapprige und teilweise ungesicherte Leitern bis ganz nach oben bestiegen werden können. Auf dem Weg zum dritten (kleineren) Turm steht man zeitweise auf Außenleitern mitten in der Luft. Absolut empfehlenswert.

La Basilica Jedermann kann einfach so die Glocken läuten, niemand passt auf! Die Treppe zum Nordturm geht mitten durch die Luft Und wieder runter muss man ja auch noch!

La Basilica und ihre schwindelerregenden Treppenkonstruktionen zur Besteigung des Nordturms

Auf der anderen Seite bildet der Panecillo (wörtlich: "kleiner Brotlaib") den Abschluss des historischen Zentrums. Das ist ein etwa 300 m hoher Hügel, von dem aus man eine hervorragende Aussicht auf die gesamte Stadt hat; auch der Pichincha und bei gutem Wetter der Cotopaxi sind von hier zu sehen. Bei unserer Exkursion hatte ich den Eindruck, unsere Lehrer konnten uns zu fast jedem Haus irgendeine Geschichte erzählen. Die Engelsstatue auf dem Panecillo kann ebenfalls von innen besichtigt werden, um seinen Standpunkt um noch ein paar Meter zu erhöhen. Eine gute Idee war, mit dem Taxi zur Spitze zu fahren und dann über die Treppen und Gassen wieder runter in die Stadt zu laufen.

El Panecillo La Virgen de la Merced La Virgen de la Merced Aussicht vom Panecillo

Die Statue auf dem Panecillo ist ebenso sehenswert wie die Aussicht über die gesamte Stadt

Einer der schönsten Stadtteile Quitos ist Guápulo. Der sehr sehenswerte Fußweg in den Ort beginnt gleich hinter dem Hotel Quito nahe der Av. 12 de Octubre. Mit einer tollen Aussicht auf den Río Machángara führt ein System von Treppen hinunter ins Nebental. Sofort spürt man die bessere Luft und die Ruhe im Vergleich zum Stadtzentrum. Nach einer Besichtigung der Kirche des Dorfes geht's mit dem Bus wieder zurück in die Stadt.

Riesiger Straßenmarkt in Quitos Altstadt Blick ins Tal von Guápulo Innenhof des Museo de la Ciudad

Straßenmarkt · Guápulo · El Museo de la Ciudad

Von den zahlreichen Museen ist das Museo Nacional del Banco Central das bekannteste. In einer riesengroßen Ausstellung wird die Geschichte Ecuadors von den Ureinwohnern über die Incas bis heute sehr ausführlich erzählt und die zugehörige Kunst (Töpfereien, Werkzeuge, Skulpturen, Gemälde) ausgestellt.
Das Museo de la Ciudad widmet sich der Stadtgeschichte Quitos. Die vielen sehenswerten Ausstellungsstücke sind leider fast gar nicht erklärt (noch nicht mal auf Spanisch), sodass sie für mich relativ zusammenhanglos nebeneinander standen. Den Besuch wert ist jedoch schon das wunderschön restaurierte Gebäude mit zwei malerischen Innenhöfen. Früher ein Krankenhaus, kann man noch heute durch die Säle laufen und die in die Wand geschlagenen winzig kleinen Nischen für die Kranken bewundern.

22:15 | (6) | Kommentieren | Permalink


Mittwoch, 25. September 2002

Footprint vs. Lonely Planet

Footprint Ecuador Handbook

Als es darum ging, mir einen Reiseführer für Ecuador zu kaufen, kam für mich eigentlich nur der Lonely Planet in Frage. Im Buchladen stand dann jedoch das Footprint Ecuador Handbook direkt daneben. Von dem hatte ich vorher zwar noch nie was gehört, kompetent sah es aber auch aus, zumal man dort von über siebzigjähriger Erfahrung in Südamerika lesen konnte (solange gibt's schon das South America Handbook).

Kurz und gut, ich hab mich für den Footprint entschieden. Beim Einlesen zu Hause hab ich das dann auch gleich bereut, so viele Druckfehler fanden sich auf den ersten Seiten. Im Nachhinein scheint die Entscheidung aber doch richtig gewesen zu sein und ich kann das Ecuador Handbook guten Gewissens weiterempfehlen.

Lonely Planet Ecuador

Vom Umfang her sind beide Bücher relativ ähnlich (knapp 500 Seiten), wobei der Lonely Planet eine größere Schrift benutzt und mehr Bilder hat, im Footprint also rein von der Masse her etwas mehr drinsteht. Auch inhaltlich überschneidet sich logischerweise sehr vieles. Die meisten Empfehlungen sind identisch und verlässlich (ich bin mit denen im Footprint praktisch immer gut gefahren) und doch finden sich in beiden Führern auch Infos, die der jeweilige andere nicht zu bieten hat.

Bei der Gestaltung fällt auf, dass die Stadtpläne des Lonely Planet sehr viel besser und richtig benutzbar sind. Die Karten im Footprint sind zu klein und nicht detailreich genug. Weil auch in Ausschnittsvergrößerungen kleinere Straßen einfach weggelassen werden, sind Entfernungseinschätzungen kaum möglich (statt zwei Blocks muss man auf einmal sieben laufen und hätte doch besser den Bus genommen). Auch von den empfohlenen Hotels und Restaurants sind die wenigsten in den Karten eingezeichnet. Dafür haben mir zwei Niederländer berichtet, dass im Lonely Planet z.B. der Stadtplan von Ibarra schlichtweg falsch ist.

Klarer Pluspunkt des Footprint sind die genauen und sehr detaillierten Preisangaben für fast jedes Hotel und Restaurant, wobei bei letzteren die Einteilung in "Seriously Cheap" (unter $1, gibt es fast gar nicht) und "Cheap" (von $1 bis $5, das sind fast alle) nicht ganz gelungen ist.

Fazit: Den Eindruck, dass sich eine Partei die Arbeit erleichtern wollte, wird man nicht los. Wer vom anderen abgeschrieben hat, muss aber offen bleiben. Das Footprint Ecuador Handbook scheint etwas exakter und detailreicher zu sein und kriegt deswegen meine Empfehlung.

11:09 | (3) | Kommentieren | Permalink

September 2002
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