Guangzhou

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Sonntag, 2. September 2001

Guangzhou

Vielen ist Guangzhou wahrscheinlich besser als Kanton bekannt, wie die Stadt im Rest der Welt heißt. Guangzhou ist die Hauptstadt der an Hong Kong grenzenden Provinz Guangdong, hat um die sechseinhalb Millionen Einwohner und liegt etwa 180 km nördlich von Hong Kong. In der Vergangenheit hat die Stadt sehr von ihrer Lage bei Hong Kong profitiert und ist zu einem der wichtigsten und stärksten Wirtschaftszentren Chinas aufgestiegen. In den letzten 20 Jahren haben viele Unternehmen ihre Produktionsstätten von Hong Kong nach Guangdong verlagert und die Situation geschaffen, dass die Proving mit ihren "nur" 87 Millionen Einwohnern für 30% von Chinas Außenhandel verantwortlich zeichnet und Guanzhou eine der reichsten Städte des Landes ist.

Guangzhou Guangzhou Guangzhou Guangzhou Guangzhou Guangzhou

Ein paar nette Kolonialbauten hat Guangzhou auch zu bieten, andere Bilder sind aber wesentlich charakteristischer für die Stadt.

Das merkt man als Besucher allerdings nicht unbedingt. Die Stadt ist sehr viel dreckiger und chaotischer als Hong Kong und der Lebensstandard extrem viel geringer. Statt moderner Wolkenkratzer stolpere ich hauptsächlich über verfallene Häuser oder Blechhütten, bei denen ich mir gar nicht vorstellen kann, dass das für die Menschen hier ein ganz normales Zuhause ist. Obwohl es keine Touristenattraktionen gibt, ist Guanzhou jedoch auf alle Fälle einen Besuch wert. Wir haben den ganzen Tag damit verbracht, einfach nur durch die Straßen zu laufen, die Menschen zu beobachten, uns beobachten zu lassen (keine anderen Touristen weit und breit, viele Kinder schauen uns an als hätten sie noch nie einen gwailo gesehen). Die Kommunikation ist schwierig, Englisch kann man jedenfalls vergessen. Und Hände und Füße sind auch nicht immer eindeutig, sodass wir einmal (das einzige Mal während meiner Zeit in Asien) ein Restaurant unverrichteter Dinge wieder verlassen müssen, weil wir uns nicht verständlich machen können. Den Kellnerinnen war das unheimlich peinlich, obwohl es ja nicht ihr Fehler war, dass wir kein Kantonesisch konnten.

Schildkröten Würmer Kaninchen

Auf dem Animal Market kann man alles kaufen, was mehr als zwei Beine hat.

Ein Highlight für die nicht ganz zart Besaiteten ist sicherlich der Animal Market, wo man eigentlich alles kaufen kann, was vier oder mehr Füße hat – außer Tischen und Betten. Kleinzeug wie Schnecken, Frösche, Würmer werden nach Gewicht verkauft (wie beim Obsthändler: du nimmst dir eine Tüte, füllst sie eigenhändig nach Belieben und dann wird gewogen); Schlangen, Kaninchen, Schildkröten und natürlich auch die notorischen Katzen und Hunde stückweise. Ganz wichtig dabei, dass generell alles noch lebt und du beim Kauf entscheiden kannst, ob der Händler dem Tier den Hals umdrehen soll oder du das selber erledigen möchtest. Diese Tradition hat sich angeblich so entwickelt, weil das Fleisch im schwülwarmen südchinesischen Klima und ohne Kühlschränke nicht sehr lange frisch bleibt – da ist es wichtig, erst unmittelbar vor dem Verzehr zu schlachten.
Bei dem Anblick, wie die Tiere dort gehalten und geschlachtet werden, dreht sich dem Europäer schnell der Magen um. Schildkröten z.B. mit zugeklebten Löchern, andere Tiere zu Dutzenden in einem Minikäfig mit zusammengebundenen Beinen. Fische werden ganz offen vor meinen Augen ausgenommen, auf den Tisch gelegt und bewegen sich dann noch eine Minute oder so. Wenn noch einer die Kraft hat, mit einem starken Flossenschlag vom Tisch zu hüpfen, wird er vom dreckigen Boden genommen und einfach wieder hingelegt – soviel zur Hygiene.

Von Hong Kong ist Guanzhou mit dem Zug (ca. 2 Stunden) oder per Bus (ca. 3 Stunden) erreichbar. Wir sind dabei Bus gefahren, weil billiger (HK$ 100 one way). Die Strecke wird von verschiedenen Busunternehmen bedient, z.B. etwa 90-minütig vom Wan Chai Ferry Pier direkt unter der riesigen Siemens-Reklametafel. Die Busse fahren die großen Hotels in Guangzhou an. Ein guter Punkt zum Aussteigen ist das China Hotel.
Achtung: Bitte beachte, dass westliche Touristen für China ein Visum benötigen, dass man einige Tage vorher in Hong Kong beantragen muss.

21:22

Kommentare

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Bisherige Kommentare

Hin-Schun am 19. Mai 2003 20:17:

Ihr denkt wirklich negativ über die Stadt Kanton. das ist die geilste Stadt die es überhaupt gibt. Dort kannst du alles kaufen was du willst. klar ist es schmuziger so eine riesige Stadt mit 6 einhalb Millionen Einwohner fast so viel wie die Schweiz allein. Und übrigens ich komme auch aus dieser Stadt. In Kanton ist es aufregender als in Hong Kong. ihr mag Hong Kong nur weil die Stadt ordentlicher und Luxusiöser ist. ihr schat nur auf Luxus.Betrachtet Kanton mal anders dann seht was da alles zu bieten hat.


Michael am 17. Juni 2003 15:41:

Ich sehe das auch so, ihr habt vielleicht was gegen GZ, aber wer sich dort etwas länger aufhält der weiß schon das es eine wahnsinnige stadt ist und ich glaube schon das sie eine reise wert ist. ich jedenfalls werde wieder hinfliegen und ich bin berliner


Chris am 19. Juni 2003 08:02:

Na da bin ich ja gespannt wenn ich am Samstag nach Kanton fahre... freue mich auf Hunde und Katzensuppe :-)

Gibts die DVDs dort noch billiger als in Shenzhen?


Chris am 19. Juni 2003 08:16:

Ich bin nochmals... wo bekomme ich das Visum denn am schnellsten? Wie lange dauert es im Bestfall?

Besten Dank

Chris


Ole am 19. Juni 2003 11:33:

Ich hab die Visa immer bei einem Reisebüro oder Busunternehmen beantragt. In der Hung Hom Train Station gibt's z.B. einige. Einfach Pass abgeben und dann dauert's 2-3 Tage. Expressausstellung geht glaube ich auch, ist nur etwas teurer.

Es gibt auch eine offizielle Behörde in Wan Chai, wo man hingehen kann. Da ist das Visum ein paar Dollar billiger, man muss aber oft lange anstehen.


Oliver am 20. Oktober 2003 19:26:

Mir wurde ein Job in Guangzhou angeboten!
Worauf sollte ich achten?
Wie sieht der Lebensalltag für einen weltoffenen "Westlichen" aus.
Braucht man dort ein dickes Portemonnaie?
Gibt es viele Gastarbeiter, ist es möglich die Sprache zu lernen?...usw.
Bis dann
Olli


Minna am 30. April 2004 18:22:

Die Stadt ist doch nicht so schlimm, glaube ich. Ich finde, dass sie viel besser als Peking und Shanghai ist, besonders fuer die Auslaender. In Peking und Shanghai haben die Auslaender ein eigenes Lebenskreis, aber hier in Kanton kann man sich schnell mit der anderen Leute verstaedigen. Die Nachteile ist, es ist doch zu warm im Sommer!!!!
-----ich bin eine Germanistik Studentin in Guangzhou


Helga am 10. Mai 2004 05:29:

Hi!
Bin gerade zufällig auf die Site gekommen...ich bin gerade in Guangzhou, mache dort mein Auslandspraktikum, ich wohne in einem super Viertel, hier ist es seehr aufgeräumt, westliche Dinge sind zuhauf erhältlich, die Leute sind nett und freundlich...das einzige Problem ist wirklich, dass es mit dem englisch der Chinesen hapert. Vielleicht bist du ja nur in der falschen Ecke gelandet;-)

Greetz
Helga


Ole am 16. Juni 2004 21:46:

Vielleicht habt ihr recht und Guangzhou kommt in meinem Bericht ein bisschen schlecht weg. Aber das war eben damals mein Eindruck (nicht vergessen, ist schon einige Jahre her und in China ändert sich alles rasend schnell!). Inzwischen war ich noch mal da und hatte auch einen positiveren Eindruck von der Stadt. Nichtsdestotrotz: kein Vergleich mit Hong Kong, nie im Leben!


alikn am 8. Februar 2005 14:16:

also mir gehts wie oliver vom okt. 2003

habe einen job für ein jahr in gz angeboten bekommen was mich grundsätzlich auch interressieren würde jedoch weiß ich einfach zu wenig über den Lebensalltag,... bescheid.
ist das leben teuer dort, wie siehts mit der sprache aus, europ nahrungsmittel, bars,....

thx für eure antworten.


erika am 18. März 2005 14:52:

to alikn
ich bin eine Studentin in Kanton .ich finde ,die waren dort sind nicht sehr teur ,vielleicht billig fuer die Europaere .FUER Alltagsleben,ich finde ,sie koennen Englisch sprechen ,gibt es kein Problem


Frank am 28. April 2005 18:34:

Die letzten Kommentare von Hin-Shun und Michael , Helga usw sind vollkommen richtig GZ ist eine echt geile , faszinierende Stadt geworden in den letzten Jahren und die Veränderungen sind wirklich extrem zu spüren .
Ich fahr' dort 2-3 x im Jahr hin und liebe diese Stadt und die Leute !
Gruss Frank


ela am 19. Juni 2005 06:33:

Könnt ihr uns tipps geben. Wo man als Europäer mit Kinder am "besten" wohnt. Über div. Schulen etc. Do and not to do!


Michaell am 10. August 2005 23:52:

Hallo Leute,
ich möchte gerne wissen, wo es die meisten Fabriken und Firmen in China gibt, in welcher Stadt. Ich denke Shanghai, aber kann mir helfen....
Danke im Voraus!


melanie am 21. August 2005 20:26:

hallo!
erstmal muss ich sagen, dass die seite klasse gemacht wurde!
meine eltern kommen beide aus gz.
ich selber bin mit meinen geschwistern hier in deutschland geboren.
ich war jetzt ein paar mal in gz und hk. natürlich gibt es einen entscheidenen unterschied zwischen gz und hk. aber jedes für sich ist ein sich wirklich lohnender urlaub! ;)


Christine am 12. November 2008 16:50:

Ich finde es ganz schrecklich, was im Süden Chinas abgeht. Ich finde nicht, dass der "Tiermarkt" nur nichts für zart besaitete ist!!!! Ich bin selbst Tierarzthelferin und kann daher einiges aushalten - aber bei einer so offentsichtlichen Tierquälerei sollte NIEMAND wegschauen! Wer das ok findet, der hat als MENSCH auf der Erde nichts zu suchen!


Klaus Kellner am 27. Juli 2010 06:40:

Guangzhou ist absolut dreckig...laut...chaotisch. Hygiene???? Wenn Erachsene in einem Einkaufzentrum (Abteilung Lebensmittel) den Rotz hochziehen und auf den Boden spucken???? Oder deckige Hände im offen angebotenen Reis "waschen"??? Offen daliegende Hühner mit durchgeschnittener Kehle mit dreckigen Händen anfassen??? Kultur???? WO BITTE??? Essen ist grausam....und die einzige Rettung ist beim verhassten McDonald sich etwas zu besorgen.
Die Grausamkeit an Tieren kennt KEINE Grenzen. Verachtenswert!!!


Vince am 14. Dezember 2010 01:54:

Hey danke für den Bericht, hast du echt klasse geschrieben. Auch wenn er ziemlich kurz war, hat die Schreibweise doch etwas an sich, dass es einem fesselt beim Lesen. Vielleicht liegt das auch nur daran, dass ich bald nach Guangzhou fliege und mich schon sehr freue. Ich selber bin abgehärtet was andere Kulturen und Sitten betrifft und es wird mich dort nichts schocken. Hab schon in Dschungel ohne fließendes Wasser und Strom auf einem Brett als Matratze meine Urlaubstage verbracht und Dinge gegessen wo andere kotzen würden, sogar selbst das Tier hab ich einmal dafür getötet (Schwein). Ich denke so, das ist eine andere Welt, eine andere Kultur und es ist deren Recht so zu leben, wie es eben ist. Nicht jedes Land muss so sein wie Europa, wir hier in Europa machen nur einen kleinen Teil der Erdbevölkerung aus und die Leute die ihre Nase rümpfen über andere Sitten, haben einfach nicht den Verstand und den Horizont mal über den eigenen Tellerrand zu schauen. Das wird jetzt meine 1.China Reise aber ich weiss jetzt schon, dass es nicht die letzte sein wird. Jetzt gehts erst mal nach Guangzhou, dann im Frühjahr ist Peking und Shanghai dran und vielleicht bleib ich dann auch grad ein Monat. Ich kann es mir zum Glück beruflich leisten mich aufzuhalten wo ich will auf der Welt. Und in solchen Ländern muss ich nicht mal sonderlich viel arbeiten, da die Lebensunterhaltungskosten sehr viel geringer als in Deutschland sind. Ich brauche keinen Luxus wie Fernseher, Auto und dergleichen. Bin einfach nur froh wenn ich gesund bin, mich weiterbilden kann und wenn ich fremde Kulturen kennen lernen kann. Danke noch mal für den Bericht, klasse, der macht auf jeden Fall Lust auf mehr!


Nora am 5. Februar 2012 10:06:

In Guangzhou finden bestialische und in ihrer Grausamkeit nicht mehr zu überbietende Grausamkeiten an Hunden und Katzen statt.
Die Tiere werden so gequält, da man annimmt, so den Fleischgeschmack zu verbessern. Überall in China weden Hunde und Katzen eingefangen oder gestohlen und dann nach Guangzhou gebracht. Sie bekommen weder zu trinken noch zu fressen. Vor speziellen "Restaurants" vegetieren sie in dann in winzigen Käfigen bis ein Kunde (oft reiche Chinesen , die einen speziellen Kick brauchen) sich einen Hund oder Katze aussucht. Den Tieren wird lebendig das Fell abgezogen und Katzen werden dann in kochendes Wasser geschmissen. Diese unfassbaren Tierquälereien werden vom Gouverment trotz Protesten von Tierschützern bis jetzt ignoriert. In dem Fall interessiert auch nicht, ob die Tiere evtl. sogar Tollwut haben könnten. Wer nur auf die offiziellen Märkte geht, wird keine Hunde und Katzen sehen. die Behörden wissen, dass es dem Ansehen der so modernen Wirtschaftsmetropole schaden würde. Was ist das für eine Stadt, in der einem Affen lebendig der Kopf geöffnet wird, um das Gehirn noch warm zu essen? Wer das alles bei einem Besuch in Guangzhou ignorieren kann (viele wissen diese Dinge ja auch nicht), der hat alle ethischen Grundwerte und auch das Gefühl einer gewissen Verantwortung hinter sich gelassen. Wir sollten die lokalen Tierschutzgruppen unterstützen. im Internet findet man alle Informationen - auch wenn man gute Nerven braucht.