Hong Kong im April 2001

  Mai 2001 »

Donnerstag, 26. April 2001

New York, Rio, Tokyo...

...äh, Frankfurt, Bangkok, Hong Kong passt wohl besser. Mein Flug mit Qantas und Cathay Pacific ging über Bangkok, wo ich einen Tag Stopover eingelegt habe. Nicht viel für eine Stadt von 10 Millionen Leuten, und eigentlich wollte ich auch zwei Nächte dort bleiben, habe mich bei der Buchung meines Tickets aber in der Zeitverschiebung verheddert.

Wie auch immer, ein bisschen was von Bangkok wollte ich an dem einen Tag dann doch noch sehen, auch wenn das schwüle Klima und 38 °C nicht gerade Lust machten, das klimatisierte Hotelzimmer zu verlassen. Und am Ende habe ich in der Tat keine einzige Touristenattraktion gesehen. Zuerst ging's per Bus und pedes und begleitet von diversen Herzattacken (schon mal versucht, eine zwölfspurige Straße mit viel Verkehr ohne Ampel zu überqueren) zum Hotel, von dort dann in Richtung Stadtzentrum. Und kaum bin ich ein paar hundert Meter gelaufen, da spricht mich schon ein Einheimischer an und fragt, woher ich komme, was ich hier mache usw. Schnell stellt sich heraus, dass er schon mal in Deutschland war. Kurzerhand lädt er mich mit seiner Schwester zusammen zum Essen in einem kleinen Straßenimbiss fernab der Tourimeilen ein. Nachher ging's dann noch in eine Kneipe, war echt lustig. Dass es auch gefährlich hätte sein können, ist mir wie immer erst später aufgegangen.

Mein Hotel in Bangkok war das Royal Princess, Larn Luang Road, zentral gelegen und absolut luxuriös für vergleichsweise wenig Geld, jedenfalls nach europäischen Preisvorstellungen.

Am heutigen Nachmittag bin ich schließlich und endlich auf Hong Kongs ultramodernem Chek Lap Kok Airport gelandet. Mit dem Bus (ist mit HK$ 40 am billigsten und bietet die schönste Aussicht) dauert's eine knappe Stunde bis nach Central und schon steht man mitten in den Wolkenkratzern. Da ich mir für den Weg zu meinem Hostel kein Taxi leisten wollte, konnte ich gleich ein lustiges Verkehrsmittel benutzen, die so genannten Mid-Levels Escalators. Das ist ein etwa 800 m langes System von Rolltreppen und Laufbändern, mit dem man bequem von Central in die hügeligen Wohnviertel im Hinterland fahren kann, ohne die steilen Berge raufzugehen – echt eine lustige Idee, um den Straßenverkehr zu entlasten. Sobald ich verstanden hatte, dass man hier als Fußgänger im ersten Stockwerk von A nach B gelangt (Fußgängerampeln gibt's nicht, dafür sind die Wokenkratzer mit Fußgängerbrücken (Flyovers) miteinander verbunden), war der Anfang der Escalators auch nicht mehr schwer zu finden.

20:39 | (8) | Kommentieren | Permalink


Freitag, 27. April 2001

Sicherheit

Hong Kong ist wahrscheinlich eine der sichersten Städte der Welt. Straßenkriminalität gibt es so gut wie gar nicht. Das liegt wohl gleichermaßen an drastischen Strafen, hoher Polizeipräsenz und auch der Mentalität der Menschen.

15:51 | (2) | Kommentieren | Permalink


Sonntag, 29. April 2001

Sprache

Hong Kong ist ein schlechter Ort zum Sprachenlernen. Englisch ist zwar nach wie vor Amtsprache, wird aber von den meisten Einwohnern nur radebrechend beherrscht. Wenn man den Taxifahrer auch auf Kantonesisch zu dirigieren lernt, kommt man mit Englisch aber auf jeden Fall wunderbar zurecht, schon allein weil praktisch alle Restaurants englische Speisekarten haben und ja auch alle anderen "offiziellen" Schilder (z.B. an Bussen) zweisprachig sind.

Auch wer zum Chinesischlernen nach Hong Kong kommt, wird aber enttäuscht, denn wie in der angrenzenden chinesischen Provinz Guangdong wird hier nicht Mandarin (also "Hochchinesisch") gesprochen, sondern Kantonesisch, ein Unterschied wie Tag und Nacht. Auch die Schrift ist nicht ganz identisch, da Hong Kong die chinesische "Rechtschreibreform" in den Fünfzigern nicht mitgemacht hat und immer noch traditionelles Chinesisch schreibt, während auf dem Festland vereinfachte Schriftzeichen verwendet werden.

14:19 | (1) | Kommentieren | Permalink


Sonntag, 29. April 2001

Stanley

Gleich meinen ersten Ausflug mache ich nach Stanley und danach noch viele weitere. Stanley liegt auf der Südseite von Hong Kong Island, nicht weit vom Wolkenkratzergewirr und doch in einer ganz anderen Welt. Hier stehen teure Villen oder Wohnanlagen, es gibt Sandstrände, viel Grün und einen wunderbaren Blick aufs Meer. Schon die Busfahrt auf diese Seite der Insel ist die Reise wert.

Stanley selbst ist eines der beliebtesten Ziele für Touristen und bekannt vor allem für seinen großen Straßenmarkt. Zwar wegen der vielen Touristen etwas teurer als die Märkte in Kowloon, aber dafür sind die Händler auch besser eingestellt, führen auch Kleidung und teilweise sogar Schuhe in Größen, die für zwei bis drei Chinesen reichen würden, aber eben für einen Big-Mac-trainierten Amerikaner gerade richtig sind. Der Klassiker: 7 Krawatten aus "100% silk) (wer's glaubt) für HK$ 100.

Stanley ist von Central oder Causeway Bay aus bequem per Bus zu erreichen.

19:57 | (0) | Kommentieren | Permalink


Montag, 30. April 2001

Aberdeen

Aberdeen war lange eines der beliebtesten Ziele für Touristen in Hong Kong, aber ich glaube, die Zeiten sind allmählich vorbei. Als es ein kleines Fischerdorf auf der schönen Südwestseite von Hong Kong Island war und hunderte kleiner Boote im Hafen lagen (auf denen die Menschen auf wohnten), war es sicher ein sehr malerischer Anblick. Heute wird die Szenerie von hässlichen Wohnsilos beherrscht und die Fischerboote kann man an zwei Händen abzählen.

Bekannt ist Aberdeen für seine "Floating Restaurants". Das sind Restaurants im Raddampferstil, auf denen es sich angeblich eher schlecht speisen lässt, man für das exklusive Ambiente aber eine Menge bezahlt. Ich hab's nicht ausprobiert. Die andere Attraktion ist eine Hafenrundfahrt in einem "Sampan", das sind kleine Wassertaxis für bis zu 12 Personen. Wer einen Spaziergang am Pier entlang macht, wird keine zwei Minuten warten müssen, bevor er von den alten Frauen umworben wird. Besonders wenn man zu mehreren ist, ist so eine Fahrt gar nicht so teuer (handeln nicht vergessen!) und macht echt Spaß.

Außerdem ist Aberdeen neben Central der andere Ort, von dem man nach Lamma Island fahren kann. Hoffen wir, dass man dafür auch in Zukunft die Fähre nehmen muss und die Pläne, eine Autobrücke von Aberdeen nach Sok Kwu Wan zu bauen, nicht verwirklicht werden.

23:55 | (0) | Kommentieren | Permalink

April 2001
So Mo Di Mi Do Fr Sa
1 2 3 4 5 6 7
8 9 10 11 12 13 14
15 16 17 18 19 20 21
22 23 24 25 26 27 28
29 30