Hong Kong im Mai 2001

« April 2001   Juni 2001 »

Dienstag, 1. Mai 2001

Castle Peak Monastery

Meine erste Wandertour (einen Tag vor meinem ersten Arbeitstag) führt Pia und mich in die New Territories. Ursprünglich war eine Wanderung in der Umgebung des Tai Mo Shan, Hong Kongs höchstem Berg, geplant. In dem Moment, wo wir aus dem Bus ausstiegen, fing es jedoch wie wild an zu regnen und wir entschieden uns, doch besser ein kleines Kloster nahe Tuen Mun in den westlichen New Territories zu besuchen.

Castle Peak Castle Peak Castle Peak

Hochklettern

Leider haben unsere Reiseführer nur sehr schwammig beschrieben, wie man das Kloster findet. Da wir nicht wußten, dass es direkt am Fuß des 580 m hohen Castle Peak liegt, haben wir fröhlich mit dem Aufstieg begonnen, immer in der Hoffnung, es hinter der nächsten Biegung zu entdecken. Etwa zwei Stunden später und um einige Liter Schweiß ärmer waren wir dann auf dem Gipfel – auch hier weit und breit kein Kloster zu sehen, nur ein paar Satellitenschüsseln. Der wolkige Himmel hatte den Vorteil, dass es nicht so extrem heiß war, dafür konnten wir die Aussicht auf Tuen Mun auch nicht genießen.

Tuen Mun Castle Peak Castle Peak Monastery Castle Peak Monastery

Runtergucken und Kloster (be)suchen

Beim Abstieg haben wir das Kloster dann schließlich doch noch gefunden, auf vielleicht 100 m Höhe. Es war sehr klein und verlassen, aber überraschend sehenswert und definitiv nicht von Touristen überlaufen. Also durchaus einen Ausflug wert, auf den Castle Peak muss man aber nicht unbedingt klettern.

Mit der MTR bis Tsuen Wan, von dort weiter mit dem Bus nach Tuen Mun. Der Castle Peak liegt am Rand der Stadt und ist aus dem Zentrum in 20 Minuten zu Fuß erreichbar.

20:59 | (0) | Kommentieren | Permalink


Dienstag, 1. Mai 2001

Wohnen im Caritas Hostel

Damit ich am Anfang nicht auf der Straße stehe, habe ich das Angebot der BASF angenommen, mir für die erste Zeit zunächst ein Zimmer in einem Hostel zu organisieren. Das Hostel liegt recht zentral in den Mid-Levels (das sind die Hügel im Hinterland von Central) und wird von der Caritas betrieben. Mein Zimmer ist unerwartet groß und sauber, mit eigenem Bad, Kühlschrank und Aircon , ohne die man das Klima praktisch nicht aushalten kann. Eine Möglichkeit zum Kochen besteht nicht, dafür ist ein einfacher Putzdienst jeden zweiten Tag im Preis mit drin – das Ganze hat also mehr Hotelcharakter.

Trotzdem werde ich die ersten Wochen nutzen, mich nach einer anderen Bleibe umzusehen, und zwar aus drei Gründen. Erstens ist das Hostel für mich zu teuer. Für mein Zimmer zahle ich HK$ 5.000 pro Monat, das ist angeblich schon ein günstiger BASF-Sonderpreis; und auch wenn eine eigene Wohnung nicht viel billiger sein wird, kommt's bei diesem Preisniveau fast auf jede gesparte Mark an. Zweitens ist es einfach schöner, eine eigene Wohnung zu haben, auch wenn man da selber putzen muss :-(. Man ist einfach freier und unabhängiger. Und drittens sind die Katholiken von der Caritas noch so borniert, dass die Vorschrift "Men only" des Hostels nicht nur für die Bewohner, sondern auch für Besucher(innen) gilt!

Für Interessierte die Adresse: Caritas Hostel, 2-8 Caine Road, Central. Marc, der Verwalter des Hostels, spricht ausgezeichnet Englisch.

22:18 | (8) | Kommentieren | Permalink


Sonntag, 6. Mai 2001

Lamma Island

Lamma Island ist einer meiner Lieblingsplätze. Die kleine Insel liegt etwa 5 km von Central entfernt und ist das Zuhause für weniger als 10.000 Menschen. Es gibt zwei Ortschaften auf Lamma, Sok Kwu Wan und das wesentlich größere Yung Shue Wan. Wenn man in Central in Mitten der Wolkenkratzerschluchten auf die Fähre steigt und eine halbe Stunde später in Yung Shue Wan steht, fühlt man sich wie in einer anderen Welt, wie 30 Jahre in der Zeit zurückgereist. Kein Haus hat mehr als vier Stockwerke, alles wirkt ziemlich heruntergekommen. Die Hauptstraße ist nicht breiter als 2 m, Autos gibt es nicht. Dafür Hunde und Fahrräder, Palmen, Frösche (die morgens um fünf einen ohrenbetäubenden Lärm machen), Mücken, kleine Schlangen. Und Hong Kongs einziges Kraftwerk (Kohle) dominiert mit seinen drei Schloten die Skyline der Insel.

Lamma Island Lamma Island Lamma Island Lamma Island Lamma Island Lamma Island Lamma Island Lamma Island Lamma Island Lamma Island Lamma Island Lamma Island

Lamma hat eine Menge schöne Stellen. Das Kohlekraftwerk gehört nicht dazu.

Fountain Head Fountain Head Fountain Head Fountain Head

Das "Fountain Head" ist eine nette Kneipe in Yung Shue Wan in der Nähe vom Pier.

Wegen dieser besonderen Idylle gilt Lamma als Aussteigerparadies und hat eine sehr hohe Gwailo-Quote. Hier wohnen viele ältere Engländer wie im Paradies auf Erden; es hat den Anschein, sie arbeiten gar nicht oder zumindest nicht mehr als unbedingt nötig und sitzen den lieben langen Tag in den Kneipen mit Blick aufs Meer, diskutieren über Gott und die Welt. Aber auch viele meiner Freunde aus der deutschen Community wohnen auf Lamma, weil hier alles wesentlich billiger ist als im Stadtzentrum. Die Mieten sind weniger als halb so hoch und auch Restaurants und Kneipen fahren ein, zwei Preisstufen zurück bei oft höherer Qualität oder besserer Atmosphäre. Ein Seafood-Dinner an der Promenade in Sok Kwu Wan ist ein Riesenhit und wirklich nicht teuer.

Lamma hat einige schöne Badestrände, je nach Geschmack nicht weit vom Pier und gut besucht oder einsam und verlassen, dafür aber nur mit einem längeren Fußmarsch zu erreichen. Wandern kann man überhaupt ganz toll auf der Insel. Der Weg von Yung Shue Wan nach Sok Kwu Wan ist sehr schön und nicht allzu anstrengend (Dauer etwa anderthalb Stunden). Wer dann noch nicht geschafft ist, kann sich weiter nach Süden vorarbeiten zum Lamma Peak oder den einsameren Stränden. Im Sommer findet in vielen Nächten von Samstag auf Sonntag eine Technoparty am Power Station Beach statt. Beginn gegen Mitternacht, Dauer bis Sonntag Nachmittag.

Lamma Seafood Lamma Seafood Lamma Seafood Lamma Seafood Lamma Seafood Lamma Seafood Lamma Seafood Lamma Seafood Lamma Seafood Lamma Seafood Lamma Seafood Lamma Seafood Lamma Seafood Lamma Seafood Lamma Seafood Lamma Seafood Lamma Seafood Lamma Seafood Lamma Seafood

Seafoodessen in Sok Kwu Wan

Lamma Nachtwanderung Lamma Nachtwanderung Lamma Nachtwanderung Lamma Nachtwanderung

Nächtliche Wanderung von Sok Kwu Wan nach Yung Shue Wan und dann mit der Fähre nach Central.

Nach Lamma kommt man nur mit der Fähre. Vom Central Ferry Pier nach Yung Shue Wan in etwa halbstündlich bis 23:30 Uhr, um die HK$ 10 one way. Von Aberdeen kann man sowohl nach Sok Kwu Wan als auch nach Yung Shue Wan fahren, aber nur in unregelmäßigen Abständen. Wer nachts noch auf die Insel (oder wieder runter) will, dem bleibt nichts anderes übrig, als ein Sampan zu chartern. Diese Wassertaxis warten nachts am Pier auf Kundschaft oder man kann einen Wirt bitten, eines zu bestellen. Die Fahrt ist eine lustige Sache, kann aber schnell HK$ 300 kosten, man sollte sich also tunlichst zusammentun.

10:28 | (6) | Kommentieren | Permalink


Sonntag, 13. Mai 2001

Macau

Macau ist in vieler Hinsicht Hong Kongs Seelenverwandte. Ehemalige portugiesische Kolonie, seit Ende 1999 aber auch wieder chinesisch und wie Hong Kong als Sonderverwaltungszone unter der Maxime "One Country, Two Systems" regiert. In Hong Kong leben 14-mal so viele Menschen wie in Macau (7 Mio. ggü. 500.000), es ist allerdings auch fast 50-mal so groß (ca. 1.000 ggü. 23 km²), das kleine Macau damit einer der am dichtesten besiedelten Orte der Welt. Trotzdem ist die Stadt wesentlich relaxter als Hong Kong, das ist eben der Unterschied zwischen der harten Businessmentalität auf der einen und dem gelassenen Mittelmeerflair auf der anderen Seite.

Macau Macau Macau Macau Macau Macau Macau Macau Macau

Dementsprechend dominieren nicht Wolkenkratzer das Stadtbild, vielmehr schöne portugiesische Kolonialbauten. Macau wirkt an einigen Stellen richtig europäisch mit typischem Marktplatz und Senatshaus, einer die Stadt überblickenden Burg etc. Die größte Attraktion für die zahlungskräftige und -willige Hong Konger Klientel sind aber die Casinos, da diese Art Glücksspiel in Hong Kong verboten ist. Dass die meisten Gambler von "nebenan" kommen, sieht man auch daran, dass die Automaten in den Casinos ausschließlich mit HK$ gefüttert werden können, obwohl Macau eine eigene Währung hat! Pferderennen gibt's hier auch, und zwar ganzjährig, sodass die Hong Konger auch außerhalb der Saison nicht auf ihr liebstes Hobby verzichten müssen.

Die Fahrt nach Macau ist sehr teuer, aber auch komfortabel. Die superschnellen Hoverferrys schaffen die 50 km in einer Stunde, kosten dafür aber auch um die HK$ 150 one way. Geheimtipp: Die Fähren von Kowloon-Seite aus sind wesentlich weniger beliebt und deswegen viel billiger (HK$ 90), obwohl auch nicht schlechter zu erreichen. Wem das alles zu normal ist, der kann auch den Hubschrauber nehmen, es gibt nämlich einen Linienservice (!) mit dem Helikopter. Dauer etwa 15 Minuten, Preis leider unbekannt. Um den Geldumtausch sollte man sich übrigens im Vorfeld nicht kümmern, denn jeder in Macau akzeptiert auch Hong Kong Dollars (Umrechnungskurs nahezu 1:1).

22:22 | (2) | Kommentieren | Permalink


Montag, 14. Mai 2001

Währung

Trotz der Übergabe an China behält Hong Kong bis auf Weiteres seine eigene Währung: den Hong Kong Dollar. Der HK$ ist mit einem Kurs von 7,8 : 1 fix an den US-Dollar gebunden. Im Frühjahr/Sommer 2001 bedeutet das wegen des schwachen Euro einen sehr ungünstigen Kurs von DM 1 ≈ HK$ 3,50 (entspricht EUR 1 ≈ HK$ 6,70).

10:19 | (2) | Kommentieren | Permalink


Freitag, 18. Mai 2001

Hähnchenschlachtung

Bei dem Trubel über BSE und Maul- und Klauenseuche mag man es kaum glauben, aber Europa ist nicht der einzige Ort der Welt, der in diesen Tagen mit Tierepidemien zu kämpfen hat. Hier in Hong Kong ist letztes Wochenende auf einem Markt in Stanley die Vogelgrippe diagnostiziert worden – für Menschen nicht gefährlich, aber unter den Tieren höchst ansteckend. Konsequenterweise tötet man in diesen Tagen Hong Kongs 1,2 Millionen Hühner (ja, sie töten sie alle).

13:06 | (3) | Kommentieren | Permalink


Freitag, 25. Mai 2001

Community

  • Trainee-Seite der deutschen Handelskammer mit Infos, wie man die deutsche Community findet.
  • traineeshk@gmx.net ist die Adresse, an die man schreibt, um in E-Mail-Verteiler und Adressliste der deutschen Trainees in Hong Kong eingetragen zu werden. Die Liste wird normalerweise von einem Praktikanten bei der AHK betreut.
  • Das Diskussionsforum wurde 2001 mal eingerichtet, wird aber kaum benutzt. Trotzdem evtl. eine ganz gute Anlaufstelle für die Wohnungssuche.
  • gweilo.de von Tim und Anton, die zwei Jahre Ausbildung in Hong Kong gemacht haben. Sehr aktives Gästebuch!

Ich hätte nie gedacht, dass es in Hong Kong so viele andere deutsche Praktikanten gibt. Aber es macht natürlich Sinn, wenn man sich's recht überlegt. So gut wie jedes deutsche Großunternehmen hat eine Niederlassung in der Stadt und beschäftigt einen oder mehrere Praktikanten aus Deutschland. Außerdem gibt's eine Deutsch-Schweizerische Schule, wo man nicht nur Abitur machen kann, sondern auch "normale" deutsche Berufsausbildung, nur eben im Ausland und mit dem Unterschied, dass sie nur zwei Jahre dauert.

Das alles führt dazu, dass zu jeder Zeit um die 50 Leute in Hong Kong sind, an die man naturgemäß sehr schnell Anschluss findet. Mit diesen Leuten verbringe ich den Großteil meiner Freizeit. Unsere Community ist sehr gut organisiert, man hält sich über einen E-Mail-Verteiler über Ausgehtipps und Partys auf dem Laufenden. Und jeden Dienstag ist Stammtisch im Carnegie's.

13:05 | (3) | Kommentieren | Permalink

Mai 2001
So Mo Di Mi Do Fr Sa
    1 2 3 4 5
6 7 8 9 10 11 12
13 14 15 16 17 18 19
20 21 22 23 24 25 26
27 28 29 30 31