Hong Kong im August 2001

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Freitag, 17. August 2001

Schilderwald Hong Kong

Wer findet, dass wir in Deutschland zu viele Schilder haben, sollte mal nach Hong Kong fahren, da wird man ganz schnell geheilt. Auf den Straßen ist es gar nicht so schlimm, aber die ständigen "Caution! Wet floor!"-Warnungen (zig davon in jedem Laden und das auch wenn der Boden gar nicht frisch gewischt ist) gehen mir schon lange auf die Nerven. Auch die verlassensten Wanderwege sind in den allermeisten Fällen penibel beschildert. Faszinierend.

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Samstag, 18. August 2001

Lantau Island

Lantau ist Hong Kongs größte Insel und dabei fast unbesiedelt. 30.000 Menschen wohnen auf einer Fläche doppelt so groß wie Hong Kong Island, das 1,5 Mio. beherbergt. Trotz des neuen Flughafens vor Lantau und der Disneyland-Baustelle ist die Insel immer noch weitgehend unberührt und ein wunderschönes Ausflugsziel für alle, die von dem Stress der Großstadt zuviel haben.

Das Kloster Po Lin.

Größte Touristenattraktion ist das Kloster Po Lin zusammen mit der 28 m hohen Buddhastatue, dem größten im Freien sitzenden brozenen Buddha der Welt (du wirst immer irgendeinen Superlativ finden, wenn du nur lang genug suchst). Der ist in der Tat recht beeindruckend, ich war aber nicht hin und weg. Lag vielleicht auch daran, dass so schlechtes Wetter war. Wenn man nicht aufpasst, entpuppt sich Po Lin als einzige große Touristenfalle, langweiliger als andere buddhistische Klöster und mit teilweise gesalzenen Preisen für sehr schlechte Gegenleistungen (z.B. was das Essen angeht).

Der Buddha verschwand leider fast vollständig im Nebel, genauso wie unsere Wanderung nach Tai O.

Wir sind deswegen schnell aufgebrochen zu unserer Wanderung auf dem Lantau Trail, einem 70 km langen Wanderweg rund um die gesamte Insel. Er führt auch über den Lantau Peak, mit gut 900 m Hong Kongs zweithöchster Berg. Wir haben uns für die andere Richtung entschieden und sind 15 km bis ganz zum Westrand der Insel (und damit auch zum Westrand von Hong Kong) gewandert. Eine sehr schöne Strecke, die man zudem fast für sich alleine hat. Am Ende liegt das sehenswerte Fischerdörfchen Tai O. Es ist eine der am wenigsten entwickelten Gegenden Hong Kongs, noch ziemlich ursprünglich und wenig "verdorben". Hier sieht man keine blitzblanken Glasfassaden, sondern Holz- oder Blechhütten, die zum Schutz vor Überschemmungen größtenteils auf Stelzen gebaut sind.

Die meisten Häuser in Tai O stehen auf Holfpfählen oder sind nur Blechhütten.

Die Fähre nach Lantau legt vom Central Ferry Pier ab und braucht etwa eine Stunde. Vom Pier in Lantau fährt man am besten mit dem Bus nach Po Lin und wandert dann von dort entweder zurück nach Osten über den Lantau Peak oder weiter nach Westen wie wir bis nach Tai O und dann von dort mit dem Bus wieder zurück zum Pier.

22:10 | (1) | Kommentieren | Permalink


Sonntag, 19. August 2001

Carnegie's

Bis letzten Monat war das Carnegie's der absolute Hit. Jeden Dienstag von 22:00 bis 23:00 Uhr waren alle Wodka-Mixgetränke nicht etwa billiger, sondern UMSONST. Das war natürlich das schlagende Argument, den Stammtisch unserer Community genau auf diesen Termin zu legen. Die Wodka Hour wurde dann vor einigen Wochen leider nach und nach abgeschafft und damit auch unser wöchentliches Treffen. Schade.

Aber auch davon abgesehen ist das Carnegie's eine meiner Lieblingskneipen. Mainstreamigere 80-er- und 90-er-Musik geht nicht mehr und die Bar eignet sich wunderbar zum Tanzen. Die Stimmung ist einfach immer superlustig und inzwischen kennen uns auch die Bedienungen und der DJ.

Carnegie's Carnegie's Carnegie's Carnegie's Carnegie's Carnegie's Carnegie's Carnegie's Carnegie's Carnegie's Carnegie's Carnegie's Carnegie's Carnegie's Carnegie's Carnegie's Carnegie's Carnegie's Carnegie's Carnegie's Carnegie's Carnegie's Carnegie's Carnegie's Carnegie's Carnegie's Carnegie's Carnegie's

Auf die Bar ging's regelmäßig nach der Wodka Hour

Das mag daran liegen, dass wir montags im Carnegie's auch regelmäßig am Table Quiz teilnehmen und dabei ebenso regelmäßig total versagen. Kein Wunder bei so vielen englandspezifischen Fragen! Und oft genug verstehen wir die Frage überhaupt nicht oder wissen die Antwort nur auf deutsch. Aber egal, Hauptsache wir haben unsern Spaß und der DJ kann sich über uns lustig machen. Punkten können wir nur ab und zu bei dem Preis für den besten Teamnamen (souveräner Sieg mit "MTR conductors in deep-frozen women's clothes" als Hommage an die hier). Und mit Verstärkung durch Katrins Kollegen Gordon konnten wir uns auch mal den Gesamtsieg sichern – ein T-Shirt für jeden und ein HK$ 400-Gutschein für alle!

Carnegie's Quiz Night Carnegie's Quiz Night Carnegie's Quiz Night Carnegie's Quiz Night Carnegie's Quiz Night Carnegie's Quiz Night Carnegie's Quiz Night Carnegie's Quiz Night Carnegie's Quiz Night Carnegie's Quiz Night Carnegie's Quiz Night Carnegie's Quiz Night Carnegie's Quiz Night Carnegie's Quiz Night Carnegie's Quiz Night Carnegie's Quiz Night Carnegie's Quiz Night Carnegie's Quiz Night Carnegie's Quiz Night

Quiz Night

Update: Die Wodka Hour gibt es momentan scheinbar wieder.

Carnegie's, 55 Lockhart Road, Wan Chai.

23:59 | (0) | Kommentieren | Permalink


Freitag, 24. August 2001

Flugzeugträger zu Besuch

Ende August bekam Hong Kong Besuch vom US-Flugzeugträger "USS Constellation" und seinen Begleitschiffen. Fünf Tage lang haben die etwa 10.000 Soldaten alle Bars und Kneipen von Wan Chai in Beschlag genommen. Die Zeitungen wurden nicht müde, den Auftrieb für Hong Kongs Volkswirtschaft in Zahlen zu fassen in der Erwartung, dass jeder Soldat pro Tag mehrere hundert US-Dollar ausgeben würde.

Ja, das ist der Flugzeugträger. Wirklich! Begleitschiff Begleitschiff Begleitschiff Begleitschiff Begleitschiff

Der Flugzeugträger war leider schon fast außer Sichtweite. Die Begleitschiffe folgten. Teilweise sieht man die vielen kleinen weißen Striche an Deck, die gerade strammstehen müssen.

Elmar und Volker Volker Sören Volker, Elmar

Wir beobachten die Ausfahrt vom Peak aus.

Ein bisschen kurios, dass die Constellation quasi zum Vergnügen gerade in einen chinesischen Hafen einläuft, wo sie in der Woche zuvor noch Manöver in der Taiwan-Straße zusammen mit den taiwanesischen Streitkräften durchgeführt hatte. Außerdem macht den Besuch besonders, dass es der erste eines US-Kriegsschiffes in China seit seit dem Zwischenfall mit dem Spionageflugzeug auf Hainan ist.

Bei dem Anblick der noch sehr jungen Soldaten beim Feiern und bei dem Gedanken, dass diese Leute quasi die Welt beschützen sollen, kann man richtig ein bisschen Angst bekommen. Wir haben zwei ein bisschen näher kennen gelernt, genauer gesagt den Matrosen Ryan und Mike, seines Zeichens Bomberpilot. Er hat uns dann auch gleich ganz stolz davon erzählt, wie viele Bomben er schon auf Bagdad geworfen hat.

Mit Mike und Ryan im Maddogs Mit Mike und Ryan im Maddogs Mit Mike und Ryan im Maddogs Mit Mike und Ryan im Maddogs Mit Mike und Ryan im Maddogs Mit Mike und Ryan im Maddogs Mit Mike und Ryan im Maddogs Mit Mike und Ryan im Maddogs Mit Mike und Ryan im Maddogs Mit Mike und Ryan im Maddogs

Ryan und vor allem Bomberpilot Mike haben das Bedürfnis, mal so richtig die Sau rauszulassen.

Der Flugzeugträger lag natürlich nicht mittem im Hafen (da wäre es wohl auch nicht überall tief genug), sondern etwas außerhalb vor der Insel Tsing Yi und war damit von der Stadt aus nicht zu sehen. Am Morgen seines Auslaufens haben wir uns deshalb, mit Ferngläsern und Kameras bewaffnet, auf den Weg zum Peak gemacht, um bei der Fahrt durch die Lamma Strait einen Blick zu erhaschen. Leider kamen wir einige Minuten zu spät und konnten die Constellation nur noch schemenhaft erkennen. Zum Glück gab die Parade der Begleitschiffe auch ein schönes Bild ab.

22:11 | (0) | Kommentieren | Permalink


Samstag, 25. August 2001

Sai Kung Peninsula

Die Halbinsel Sai Kung (nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Ortschaft) in den östlichen New Territories ist die ländlichste und am dünsten besiedelte Gegend Hong Kongs. Sie ist berühmt für tolle Wanderwege und die besten und gleichzeitig verlassensten Strände, weil man sie nur äußerst umständlich erreicht. Straßen zu den Stränden gibt es nicht und öffentlichen Nahverkehr schon gar nicht.

Die letzte Straße (für die wir ein Taxi genommen haben) führt uns am High Island Trinkwasserreservoir entlang und endet endgültig an der Staumauer. Von dort ist es noch eine einstündige Wanderung über den Berg bis zum ersten Strand. Der Weg ist gut und nicht sonderlich anstrengend, wenn es nur nicht so verteufelt heiß wäre! Aber die völlig Ungestörheit und die tolle Aussicht auf die Bucht entschädigen für alle Strapazen. Wie kann es nur sein, dass es so nah am Zentrum einer Riesenmetropole so eine verlassene Gegend gibt!

Staumauer des High Island Reservoirs High Island Reservoir Die Bucht am Morgen mit wenigen Yachten Der Strand ist total verlassen Blick von unserer Lagerstätte auf den Strand Blick von unserer Lagerstätte auf den Strand Mit der Zeit immer mehr Yachten im Wasser Sören

An der Staumauer endet die Straße. Von dort heißt es Wandern bis zum Strand. Paradiesische Landschaft, nur ein paar Kilometer von der Innenstadt entfernt!

Als wir gegen 11:00 ankommen, ist der Strand praktisch leer, und das bleibt auch den ganzen Tag so. Die Bucht hat sich allerdings schon zu dieser Zeit mit einigen Firmen- oder Superreichen-Yachten gefüllt, deren Zahl bis zum Nachmittag bis auf über 30 ansteigen wird. Klar, mit so einem Schiffchen hat man's bequem, muss nicht drei verschiedene Verkehrsmittel benutzen und dann am Ende noch laufen, sondern kann direkt ins Paradies fahren. Wir suchen uns schnell ein schattiges Plätzchen unter den Bäumen (leider mitten unter Ameisen, wie wir später feststellen mussten) und dann ab ins Wasser. Die reichen Leute blieben glücklicherweise größtenteils auf ihren Booten, sodass wir keine Platzangst kriegen mussten. Abkühlung haben wir leider auch nicht gekriegt, denn das Wasser hatte auch knapp 30 Grad und die Sonne brannte wie verrückt. Ich hab mir heute den schlimmsten Sonnenbrand meines Lebens geholt. Trotzdem ein Supertag.

Den Ball aufzupusten ist verdammt anstrengend Volker erholt sich Sören Pharao Ole I. Sören ist auch müde Sören Sören So sahen wir nach der Wanderung zurück alle aus

Einer der heißesten Tage, die ich in Hong Kong erlebt habe. Selbst das Wasser bot keine Abkühlung.

Aus der Innenstadt zunächst mit der MTR nach Choi Hung und von dort mit dem Bus Nr. 96R nach Pak Tam Chung. Von dort muss man laufen oder ein Taxi nehmen.
Achtung: Die abgelegenen Strände sind weder bewacht noch mit Anti-Haifisch-Netzen ausgestattet, man schwimmt also auf eigene Gefahr. Auf jeden Fall sollte man vorher die Nachrichten verfolgen, ob in den letzten Tagen Haie rund um Hong Kong gesichtet worden sind.

22:10 | (2) | Kommentieren | Permalink

August 2001
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