Magisches Angkor

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Magisches Angkor

Die meisten kennen die Bilder, haben schon von den großartigen Bauwerken gehört. Der Tempelkomplex von Angkor gehört zu den wenigen Orten, die die hohen Erwartungen dann sogar noch toppen, wenn man sie in natura sieht. Und bei all den Höherschnellerweiter-Superlativen der Tempel: die wahre Schönheit Angkors liegt in den Details. Ein wirkliches achtes Weltwunder.

Denn fast jeder Tempel wartet mit fein gearbeiteten Gravuren oder Reliefs, teilweise mehrere hundert Meter lang, auf, die auch nach 1000 Jahren nichts von ihrer Schönheit eingebüßt haben.

Geschichte

Apsaras in Angkor Wat
Himmlische Apsaras

Die Tempel sind zwischen dem 9. und 15. Jahrhundert entstanden, als diese Region das Zentrum des großen Khmer-Reiches war. Da der genaue Ort der Hauptstadt diverse Male verlegt wurde und jeder neue König danach strebte, sich mit dem Bau eines neuen Tempels von seinem Vorgänger abzuheben, liegen die Bauten recht verstreut in einem riesigen Gebiet und sind in sehr verschiedenen Stilrichtungen errichtet. Im frühen 15. Jahrhundert flohen die Khmer vor den wiederholten Angriffen der Siamesen in Richtung Süden und verlegten ihre Hauptstadt nach Phnom Penh.

Die religiösen Wurzeln Angkors liegen im Hinduismus, der sich damals von Indien aus verbreitete. Aus diesem Grund zeigen auch viele Großreliefs in den Haupttempeln Szenen aus der hinduistischen Mythologie. Erst später wurden die Tempel zu buddhistischen Zentren, als die sie teilweise auch heute noch genutzt werden.

Im Westen bekannt wurde Angkor erst durch die "Entdeckung" von Angkor Wat durch eine französische Expedition um 1860.

Angkor Wat

Angkor Wat ist der berühmteste Tempel und zugleich Symbol des kambodschanischen Nationalstolzes (er ziert sogar die Nationalflagge). Je nachdem welche Messmethode man zugrundelegt, kann sich Angkor Wat als das größte religiöse Bauwerk der Welt bezeichnen. Sicher gilt das wohl für den autobahnbreiten Wassergraben, der den Besucher als erstes begrüßt. Über eine steinerne Straße durchschreitet man den riesigen Innenhof.

Der Sonnenaufgang über den fünf Türmen Angkor Wats ist phänomenal. Und obwohl recht viele Touristen so früh auf den Beinen sind, verlieren sie sich in dem großen Bauwerk recht schnell und oft genug ist man ganz für sich alleine.

Dschungeltempel Ta Prohm
Der Dschungeltempel

Den äußersten Säulengang des Haupttempels zieren gut 1500 Quadratmeter wunderschöner Reliefs. Auch die anderen Wände sind mit opulenten Ornamenten ausgestattet, oft mit unglaublicher Detailgenauigkeit. Über die Apsaras, himmlische Tänzerinnen, sollte ich in den anderen Tempeln noch oft stolpern.

Ta Prohm

Die meisten Tempel wurden und werden restauriert. Beim Dschungeltempel Ta Prohm hat man sich dazu entschieden, den Besuchern einen Eindruck von dem zu vermitteln, was die Entdecker damals vorgefunden haben. Er wurde deswegen weitgehend in dem Zustand belassen, in dem er gefunden wurde, nur ein Pfad für die Besucher ist freigeräumt.

Die eigentlichen Attraktionen Ta Prohms sind die Bäume. Über 400 Jahre alt, thronen sie heute majestätisch auf den Steinen, ihre meterlangen und meterdicken Wurzeln schlängeln sich an den Mauern entlang und brechen durch diese hindurch, um Halt zu finden.

Der Blätterhimmel taucht die Umgebung in ein schimmerndes Grün. Beim Streifzug durch die verwinkelten Gänge fühle ich mich wie Indiana Jones. Ta Prohm ist auf jeden Fall mein persönlicher Favorit.

Der Bayon: Big Brother is watching you

Gesichter des Bayon
Gesichter des Bayon

Vier meterhohe Gesichter blicken von jedem der ehemals 50 Türme des Bayon Auf den Betrachter herunter. Sie zeigen einen buddhistischen Gott, ihr mysteriöses Lächeln ist vielleicht dem König nachempfunden, der den Tempel bauen ließ. Während der Bayon von weitem aussieht wie ein Haufen Steine, zieht er den länger verweilenden Besucher in seinen Bann. Je nach Lichteinfall hat man das Gefühl, dass die Gesichter ganz verschiedene Emotionen ausdrücken: noch mysteriöser als die Mona Lisa.

Das alles und noch viel mehr

Neben den drei bekanntesten Tempeln werden die unzähligen anderen oft vergessen oder von Besuchern links liegen gelassen, obwohl sie oft ebenso interessant sind. Meine weiteren Favoriten: Preah Khan und der außerhalb liegende Banteay Srei.

Ein allgegenwärtiger Bestandteil Angkors sind die Kinder. Teilweise kaum älter als sechs oder sieben Jahre, dienen sie den Touristen Wasser, Postkarten und kleine Souvenirs an. Das alles in bewundernswertem Englisch oder die Standardfloskeln wahlweise auch auf thai, japanisch und französisch. Dabei sind sie natürlich sehr aufdringlich, bleiben aber immer nett. Leider verkaufen fast alle das Gleiche, und mehr als 20 Postkarten brauche ich eben beim besten Willen nicht. Aber mehr als über einen Kauf freuen sie sich, wenn man sich ein bisschen Zeit nimmt und sie darüber ausfragt, warum sie nicht in der Schule sind und was sie hier machen.

Angkor von oben

Die Karte zeigt im Südwesten Siem Reap, aus dessen Zentrum es etwa 6 km zu Angkor Wat sind. Der große Tempel mit seinem 100 m breiten Wassergraben ist der erste, an dem man, aus Siem Reap kommend, vorbeikommt. Direkt nördlich von Angkor Wat erstreckt sich die gut erkennbare Mauer der Stadt Angkor Thom mit dem Bayon in ihrem Zentrum. Man beachte die unglaublichen Ausmaße der beiden Barays, der rechteckigen künstlichen Wasserbecken, von denen nur noch das westliche Baray Wasser führt.

Satellitenfoto von Angkor

Übersichtskarte von Angkor

Karte und Foto entstammen dem exzellenten Angkor-Artikel der Wikipedia. Lob für die Erstellung der Karte gebührt Manfred Werner, das Foto kommt von der NASA.

September 2003

 

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Bisherige Kommentare

Valerie am 6. April 2007 17:11:

Hallo Ole,
bin gerade zufällig über deine Seite gestolpert und bin echt total beeindruckt. Ich habe letztes Jahr ne Weltreise gemacht und war unter anderm auch in Kambodscha. Deine Bilder und Erzählungen lassen gerade alles wieder aufleben, echt super.
Viele Grüße Valerie


Ole Begemann am 6. April 2007 19:31:

Valerie, vielen Dank für das Lob, freut mich sehr!


Meli am 13. Juni 2007 15:13:

Hallo Ole,

ich bin grad durch Zufall auf Deine Seite gekommen. Da hätte ich doch gleich noch ne Frage zu Kambodscha. Ich gehe im Dezember nach Thailand und würde sehr gerne eine Trip zum Angkor machen, wie bist Du denn da hingekommen? Von dem Weg auf der Strasse raten ja alle ab. Vielleicht kannst Du mir einen guten Tip geben. Übrigens, super Seite! :)


Ole am 13. Juni 2007 15:21:

Meli, wie ich nach Angkor gekommen bin, habe ich ja geschrieben: http://www.oleb.de/suedostasien/strassen_in_kambodscha.php

Sicher, die Straße ist nicht toll, aber auf der einen Seite ein Abenteuer für sich und nach einem Tag hat man's auch überstanden. Und inwiefern die Situation jetzt noch so ist wie 2003, kann ich sowieso nicht sagen. Ich würde es sicher wieder so machen, aber die Entscheidung nimmt dir keiner ab. Flüge sollen ja auch bezahlbar sein.


Bibo am 6. Oktober 2008 17:15:

Hallo OLE, kleine Auswahl (von 4.500 Fotos) findest Du auch bei mir... www.usiepert.de. Deine Reise(n) sind etwas umfangreicher als meine gewesen. Tolle Bilder.

Gruss Ulli