Bustling Bangkok

  Tauchen auf Ko Tao »

Bilder sagen mehr als tausend Worte

» Alle Fotos zu diesem Artikel

Bustling Bangkok

Dieser Moloch von einer Großstadt hat viel zu bieten, fordert dem geneigten Touristen dafür aber auch einiges ab: wer sich von Dauerstau, kaum erträglicher Schwüle und Luftverschmutzung nicht abschrecken lässt, wird mit einem Mix aus Sehenswürdigkeiten und "wahrem Leben" belohnt, der wohl seinesgleichen sucht.

Selbst wenn man wollte, am Drehkreuz Südostasiens kommt man kaum vorbei -- Bangkok ist die Anlaufstelle für Flüge, Touren, Visa in andere Länder der Region.

Es dauert einige Zeit, bis ich den Zeitaufwand, von A nach B zu kommen, halbwegs richtig einschätzen kann. Zu Fuß gehen wäre oft die schnellste Alternative, ist wegen der drückenden Hitze für Strecken über ein paar 100 m aber kaum zu empfehlen -- schon gar nicht entlang der großen Straßen, die Abgaskonzentration ist enorm. Das Liniensystem der öffentlichen Busse ist für Otto Normaltouristen undurchschaubar. Ist aber auch nicht schlimm, schließlich sind Taxis erstens billig und zweitens klimatisiert. Leider stehen sie mit im Dauerstau. Für eine Strecke von 4 bis 5 km kommen da schnell mal 30-45 Minuten zusammen, in der Rush Hour gerne auch das Doppelte. Gut zu wissen, dass Bangkoks Taxiunternehmer langweiligen Fahrten vorbeugen und teilweise Disco- und Karaoketaxis auf die Straße schicken. So kann man die verlorene Zeit wenigstens zum Aufbessern der Gesangskünste nutzen...

Je schmaler desto schneller

Marktstand in Chinatown
Große Auswahl in Chinatown

Schnelleres Vorwärtskommen versprechen die allgegenwärtigen Tuk-Tuks, zweigetaktete Dreiräder mit Platz für bis zu 4 Personen. Ihr Vorteil gegenüber dem Taxi: sie sind schmaler und können so manchen Stau durch das Bilden einer dritten Spur in der Straßenmitte durchfahren. Noch besser geht so etwas natürlich mit dem Motorradtaxi, da ist allerdings Aufpassen angesagt. Helme gibt's normalerweise nicht und die Fahrer steuern zentimetergenau durch die Blechwüste. Nicht jeder bedenkt dabei die größeren Körpermaße seines europäischen Mitfahrers. Oberschenkel einziehen ist somit erste Fahrgastpflicht, sonst ist schnell mal ein Außenspiegel ab.

Wessen Ziel am Wasser oder an einer der zwei Skytrain-Linien liegt, sollte die Straße gar nicht erst in Erwägung ziehen und gleich Rivertaxi oder den Flying Fridge nehmen.

Tempel-Overkill

Im Grand Palace
Im Grand Palace

In Bangkok stehen so viele große und sehenswerte buddhistische Tempel, dass es bei mir locker für den Rest der Reise vorhielt. ;-) Aber solange die Übersättigung noch nicht eingesetzt hat, sind der vor Gold strotzdene Grand Palace mit dem berühmten smaragdenen Buddhafigürchen, Wat Po, Wat Arun und viele andere einen Besuch wert.

Spannender fand ich das pralle Leben auf Bangkoks Straßen und Märkten. Fahrten mit dem Longtail-Boot durch die noch nicht zugeschütteten Kanäle der Stadt, Schlendern durch Chinatown und Little India, das geniale Essen der vielen billigen Imbissstände an jeder Ecke ausprobieren oder einkaufen auf dem Chatuchak Weekend Market, der jedes Wochenende auf einem Areal von mehreren Fußballfeldern stattfindet.

Khao San Road

Werbeschilder auf der Khao San Road
Khao San Road

So ziemlich alle Backpacker in Bangkok zieht es auf die Khao San Road, ein Streifen Straße, der rechts und links mit billigen Guesthouses, Restaurants, Internetcafés und Souvenirshops übersät ist. Hier gibt es neben günstigen Unterkünften auch Infos, Visa und Touren zu allen anderen denkbaren Reisezielen. Ein bisschen aufpassen ist natürlich angesagt, damit man nicht über den Tisch gezogen wird, aber zumindest wir sind beim Buchen unseres Tauchkurses gut beraten worden. Lustig, dass in dem Treiben überall gut gemeinte "Don't Litter"-Schilder stehen, nur leider nirgends ein Mülleimer zu finden ist.

Zur Sperrstunde um 2 Uhr treffen wir auf Polizisten in einer Bar, die sich lieber vom Wirt noch auf einen Drink einladen lassen, als die Gäste vor die Tür zu bitten. Auch tagsüber scheint das Verhältnis der Ordnungshüter zu Gesetzesübertretungen recht locker zu sein. Zwar nehmen die fliegenden Händler reißaus, sobald ein Polizeiwagen durch die Straße fährt, aber ernsthafte Verfolgungsversuche werden nicht unternommen.

Leben wie Gott in Bangkok

Bangkok ist sehr anstrengend. Als Tourist geht einem die Hektik schnell auf die Nerven, richtige Erholung ist hier schwer zu finden. Dagegen ist es eine richtig tolle Stadt, wenn man längere Zeit dort lebt. Das Preisniveau ermöglicht recht großen Luxus, das Freizeitangebot ist riesig, das Essen lecker und billig. Und wenn man sich einmal auskennt, hat man auch mit dem Verkehr nicht mehr so große Probleme.

August 2003

 

Kommentar schreiben



Deine E-Mail-Adresse wird nicht auf dieser Website veröffentlicht. Sie dient nur dazu, dir ggf. eine persönliche Antwort schicken zu können.



HTML kann nicht benutzt werden. Eingegebene URLs (z.B. http://www.oleb.de/) werden allerdings automatisch in Links umgewandelt.

Bisherige Kommentare